Alemannia Nackenheim siegt souverän gegen Rhein-Nahe Tigers

Alemanne Ahmed Dudarov (hier bei einem Kampf vor zwei Jahren) siegte am Samstagabend technisch überlegen. Archivfoto: hbz/Kristina Schäfer

Die Nackenheimer Ringer schlagen den Aufsteiger im Derby 24:10. Vor 150 Zuschauern gab es drei Schultersiege und eine Reihe spektakulärer Duelle.

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BODENHEIM. Der Saisonstart ist geglückt: Vor 150 Zuschauern in der Bodenheimer Halle Am Guckenberg bezwangen die Ringer des SV Alemannia Nackenheim im Derby zum Bundesliga-Auftakt den Aufsteiger Wrestling Tigers Rhein-Nahe mit 24:10.

Zur Halbzeit des Kampfabends lagen die Alemannen zwar mit 6:10 zurück. Die Halbzeitführung für die Gäste konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Nackenheimer in der zweiten Hälfte bärenstark und besser besetzt sein würden als die Ringer vom Rhein-Nahe-Eck.

Zum Pausenrückstand führte hauptsächlich, dass Bundesliga-Debütant Jan Vielmuth (Kilo Freistil) bereits nach 26 Sekunden dem Ex-Alemannen Ahmed Alfaraj auf Schultern unterlag, und die Hausherren die 61-Kilo-Gewichtsklasse im griechisch-römischen Stil leerlaufen ließen. Alleine in diesen beiden Duellen gaben die Gastgeber acht Punkte ab.

Im Greco-Schwergewicht und 66 Kilo Freistil kam es hingegen zu sehr viel spannenderen Kämpfen. Nackenheims Robin Ferdinand bezwang Martin Otto in einem spektakulären Schlagabtausch samt schönen Würfen und hohen Wertungen 12:7. Ebenso offen verlief das Duell zwischen Koray Cakici und Tigers-Athlet Huseyin Bekir im 66 Kilo Freistil. Der Kampf wog hin und her, am Ende stellte sich Bekir cleverer an als Cakici und gewann verdient 10:5. Keine Zweifel offenließ hingegen Alemanne Ahmed Dudarov (98 Kilo Freistil). Der deutsche Nationalmannschaftsringer besiegte Wassil Ivanov technisch überlegen.

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Nach der Pause ließ Arkadiusz Kulynycz als Erster die Nackenheimer Muskeln spielen. Der frisch gebackene polnische Meister schlug Vaslie Tsaran im 86 Kilo Greco nach 0:1-Rückstand nach drei Minuten mit 13:1, gekrönt von der gewohnten Salto-Einlage des Polen.

Andrej Ginc feiert furiosen Einstand

Danach feierte der deutsche Spitzenathlet Andrej Ginc (rang zuletzt für den RV Lübtheen), den die Nackenheimer kurzfristig als Gastringer vom KSV Witten dazu geholt haben, einen Einstand nach Maß und einen Schultersieg nach 42 Sekunden gegen Jason Partenheimer im 71 Kilo Greco. Ebenfalls souverän schlug Alemanne Kubilay Cakici im 75 Kilo Freistil seinen Kontrahenten Maximilian Böhm technisch überlegen. Hinten raus ließen auch Neu-Alemanne Zelimkhan Valiyev (aserbaidschanischer U23-EM-Dritter 2017) mit einem 12:0 gegen Arkadiusz Böhm und Nackenheims Ruslan Kudrynets (75 Kilo Greco) per Schultersieg gegen Wladislaw Ivanov gar nichts mehr anbrennen.

Im Vorfeld des Kampfabends waren die Sorgen in der Ringerszene gewachsen, ob die Saison überhaupt weiterghen kann. In der Schwestern-Staffel Südwest wurden coronabedingt alle drei Kämpfe des Wochenendes abgesagt. Der Kampfabend in Bodenheim machte zwar Lust auf mehr, ob es mehr geben wird, ist allerdings mehr als ungewiss.

Von Nils Salecker