Die Rekorde purzeln

HANDBALL  HSG Wetzlar schlägt HC Erlangen deutlich mit 30:20

Abgehoben und abgezogen: Wetzlars Rechtsaußen Tobias Hahn (r.) gegen den Erlanger Pavel Horak.⋌(Foto: Weis)

Mit der HSG Wetzlar weiter in der Erfolgsspur: Philipp Weber. (Foto: Weis)

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Der 30:20 (14:12)-Sieg der Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider vor 3920 Zuschauern in der Rittal-Arena bedeutete nicht nur die siebte Partie in Serie ohne Niederlage, sondern auch zwei weitere Bestwerte.

Die nun eingefahrenen Punkte Nummer 38 und 39 hatten die Domstädter in ihrer Bundesligageschichte noch nie in einer Saison erreicht. Auch die gesammelten 24 Zähler vor heimischem Publikum sind vereinsintern spitze (bisher 23). „Ich habe keine Ahnung, wann der nächste Rekord fällt“, sagte ein sichtlich gut gelaunter Wandschneider nach Abpfiff. Sein Gegenüber Robert Andersson zeigte sich als fairer Verlierer: „Unsere Niederlage ist verdient. Vielleicht waren wir ein bisschen müde, aber eine richtige Erklärung habe ich nicht.“

Die erste gute Nachricht gab es für die Hausherren bereits vor dem Anpfiff. Jannik Kohlbacher hatte seinen Muskelfaserriss in der Wade auskuriert. Der Kreisläufer war von Beginn an präsent. Nach 120 Sekunden holte der Nationalspieler einen Siebenmeter heraus, Philipp Weber verwandelte zum 1:0. Auch beim 4:4 war Kohlbacher zur Stelle. Doch sein Team konnte sich nicht absetzen. Und dies, obwohl HSG-Keeper Benjamin Buric in einem Angriff der Erlanger gleich dreimal gegen Ole Rahmel, Nikolai Link und Michael Haaß parierte. Doch auch die Spielgemeinschaft aus Dutenhofen und Münchholzhausen ging zu fahrlässig mit den sich bietenden Chancen um und zeigte in Halbzeit eins ein paar technische Fehler zu viel. Der Aufsteiger nutzte dies und lag nach einer Viertelstunde mit 8:5 vorne. „Erlangen war da. Aber wir haben die Ruhe bewahrt und sind zurückgekommen“, freute sich Wandschneider. Mit einer feinen Eins-gegen-eins-Aktion war es Filip Mirkulovski, der den Ausgleich (8:8) besorgte.

Torjäger Philipp Weber und Keeper Benjamin Buric drücken dem Spiel der Gastgeber ihren Stempel auf

In den letzten sieben Minuten des ersten Durchgangs drückte Philipp Weber der Begegnung seinen Stempel auf. Der Nationalspieler traf dreimal hintereinander unwiderstehlich aus dem Rückraum – plötzlich hatten die Grün-Weißen alle Trümpfe in der Hand (12:10). Bis zum Pausenpfiff verteidigten die Gastgeber diesen Vorsprung, da sie zwar nicht komplett überzeugen konnten, dafür aber mit Buric den besseren Torwart stellten.

Aus der Pause kamen die Lahnstädter hellwach. Vor allem die Außen, Tobias Hahn und Kasper Kvist, die bis dahin blass blieben, zeigten sich nun torhungrig. Hahn traf vom rechten Flügel zum 15:12, sein Pendant aus Dänemark erhöhte auf 18:14. Robert Andersson reagierte und bat sein Team zur Auszeit. Doch den Franken fiel nach wie vor wenig ein. Dies lag einmal mehr an Buric, der dem Liganeuling nun endgültig den Zahn zog.

Plötzlich hatte die HSG keine Mühe mehr mit dem Gegner. Satte zwölf Minuten blieben die Gäste ohne Treffer. HC-Akteur Martin Stranovsky verkürzte zwar auf 16:22 für die Gäste (46.), aber die Frage nach dem Sieger war längst beantwortet. Denn selbst in Unterzahl stand die Deckung um Evars Klesniks. Als Anton Lindskog für die Hausherren zum 30:20 einwarf, hatten sich die Zuschauer schon längt von den Sitzen erhoben und jubelten ihrem Team zu, das sich nach der erfolgreichen Rekordjagd auf einer feuchtfröhlichen Feier für den späten Abend einstellte: „Heute gibt es nur noch Vollgas“, sagte Philipp Weber nach Abpfiff mit einem Grinsen und der Gewissheit, sämtliche vereinsinterne Rekorde gebrochen zu haben.


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