Ein Wetzlarer hält für Deutschland

HANDBALL Andreas Wolff will nach Katar

Ein Torwart mit Zukunft: Andreas Wolff von der HSG Wetzlar freut sich auf die Länderspiele. (Foto: Schwartz)

Die frohe Botschaft, auf die Nationalspieler seit Generationen warten, kommt heutzutage übers Internet. Per E-mail hat der neue Bundestrainer Dagur Sigurdsson dem Schlussmann der Grün-Weißen mitgeteilt, dass er am kommenden Wochenende gegen die Schweiz für Deutschland spielen soll.

Nach dem Rücktritt von Weltmeister Johannes Bitter (HSV Hamburg) ist Wolff bei den Test-Länderspielen gegen die Eidgenossen am Samstag (17 Uhr) in Göppingen und am Sonntag (17 Uhr) in Ulm die Nummer zwei hinter dem Berliner Platzhirsch Silvio Heinevetter. "Ich hatte insgeheim darauf gehofft, es aber nicht erwartet", freut sich der 23-Jährige vor der Abreise zum Treffen der Auserwählten und dem ersten persönlichen Kontakt zum neuen Chefcoach der Nationalmannschaft am Montagabend in Heilbronn. "Jetzt geht es richtig los. Bis zum Samstag galt mein Fokus nur unserem Spiel gegen den HSV", richtet der beim 31:28-Sieg in Hamburg erneut überragende gebürtige Rheinländer aus Euskirchen den Blick nach vorn. Nervös sei er nicht, sagt der 1,98-Meter-Hüne. Schließlich kenne er die Kollegen. Aber "eine gewisse Anspannung" verspüre er schon. Genau wie "die besondere Motivation" auf den vorläufigen Höhepunkt der Karriere. Die begann im zarten Alter von fünf Jahren bei der SG Ollheim/Strassfeld. Als C-Jugendlicher wechselte Wolff 2004 zur HSG Rheinbach/Wormersdorf, mit der er zwei Jahre später Mittelrheinmeister wurde. Seit 2007 spielte der 100 Kilogramm schwere Modellathlet beim TV Kirchzell. Mit den Unterfranken erreichte er 2009 das Finale um die deutsche A-Jugend-Meisterschaft und empfahl sich für einen Platz im Bundesligator des TV Großwallstadt. Vom inzwischen in die 2. Liga abgestiegenen Altmeister aus Mainfranken verpflichtete die HSG Wetzlar vor einem Jahr das Torhütertalent.

José Hombrados prophezeit dem jungen Kollegen eine große Zukunft

Ein Glücksgriff für beide Seiten, wie sich inzwischen herausgestellt hat. Verein und Profi haben sich deshalb auf eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2017 geeinigt. "Er ist ein junger, talentierter und sehr ehrgeiziger Torhüter, der in seinem Eifer manchmal eher noch gebremst als gesondert motiviert werden muss. Es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten", gerät Trainer Kai Wandschneider über seinen Musterschüler regelrecht ins Schwärmen.

Beim Lehrgang in Heilbronn und den beiden Partien gegen die Schweiz will sich der Jung-Nationaltorwart, der bislang zwar schon im A-Aufgebot, aber noch nicht zwischen den Pfosten stand, für weitere Aufgaben empfehlen. Denn Andreas Wolff hat ein großes Ziel. "Bei der Weltmeisterschaft in Katar wäre ich schon gern dabei", denkt er bereits an das Turnier im Januar 2015 am Persischen Golf.

José Hombrados hatte es längst gewusst. "Ich habe ihm bereits vor einem Jahr prophezeit, dass er bald im Tor der deutschen Nationalmannschaft stehen wird. Und er hat dort mit Sicherheit eine große Zukunft vor sich hat", betont der spanische Klassekeeper. Der inzwischen 42 Jahre alte Weltmeister von 2005 und dreifache Champions-League-Sieger weiß, wovon er spricht. Nach seinem erfolgreichen Kurzgastspiel im September 2013 ist der Routinier unmittelbar vor dem Auftakt für eine komplette Saison nach Wetzlar zurückgekehrt. "Andi ist ein guter Schüler. Er hat Riesenfortschritte gemacht und lernt jeden Tag mehr", freut sich Hombrados über die Entwicklung seines jungen Partners, der mit Sicherheit auch in Zukunft bei dem einen oder anderen Ball glücklich angeschossen wird.


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