Trüber Tag im Donaustadion

Fußball Mit dem 2:3 beim SSV Ulm reißt die Erfolgsserie des Regionalligisten TSV Steinbach

Fatih Candans Doppelpack in der Schlussviertelstunde genügte nicht, um Steinbach wenigstens noch ein Unentschieden zu sichern. (Archivfoto: Fingerhut)

Doch all dies, selbst eine fragwürdige Schiedsrichterentscheidung, rückte an diesem Nachmittag im Donaustadion in den Hintergrund.

Moment des Tages: In der 71. Minute geriet das Geschehen auf dem Rasen zur Nebensache. „Sani, Sani“, tönte es durchs Donaustadion. Auf der Gegentribüne war ein Zuschauer zusammengebrochen. Zunächst eilte SSV-Teamarzt Dr. Christoph Buck zum Betroffenen und versuchte, den Mann zu reanimieren. Dann rief der Stadionsprecher nach weiteren Medizinern im Stadion. Eine Ärztin und ein Arzt eilten ebenfalls über den Platz und leisteten erste Hilfe. „Nach der siebten Reanimation haben wir ihn zurückgeholt“, gab Dr. Buck wenige Minuten nach Schlusspfiff erste Entwarnung.

Mann des Tages: Hafes Gerspacher. Der Linienrichter vom FC Kandern zeigte Schiedsrichter Jonas Brombacher in der 14. Minute ein Handspiel von TSV-Kapitän Nico Herzig im Steinbacher Strafraum an (siehe unten Tor des Tages). Und hatte nach dem Videostudium der Szene hinterher Recht. „Den Elfmeter kann man tatsächlich geben“, musste auch Gästetrainer Matthias Mink trotz aller Proteste direkt nach dem Pfiff des Referees später in den Katakomben des Donaustadions zugeben.

Satz des Tages: „Der Fußball gerät zur Nebensache. Das Wichtigste ist doch, dass es dem Menschen gut geht, der behandelt werden musste.“ (Steinbachs Nikola Trkulja, der allen Beteiligten aus der Seele sprach, zum oben beschriebenen Zusammenbruch eines Fans auf der Tribüne des Donaustadions.)

Zahl des Tages: 63: So viele Tage war es seit dem 8. September her, dass der TSV Steinbach sein letztes Meisterschaftsspiel in der Regionalliga verlor. Damals 1:3 zu Hause gegen Waldhof Mannheim, am Samstag nun 2:3 in Ulm.

Tor des Tages: In der 14. Minute hob Linienrichter Gerspacher plötzlich und unvermittelt die Fahne – und signalisierte Schiri Brombacher ein Handspiel von Nico Herzig im Zweikampf mit Ulms Vitalij Lux. Der Unparteiische hatte eigentlich auf Weiterspielen entschieden, ließ sich aber von seinem Assistenten überstimmen. Alle TSV-Spieler inklusive Trainer Matthias Mink verstanden zu diesem Zeitpunkt die Welt nicht mehr. Doch es blieb bei Elfmeter – und David Braig traf zum 1:0.

Ulm: Ortag – Schmidts, Reichert, Krebs, Schindele – Campagna Gutjahr, Beck, Viventi (77. Nierichlo) – Braig (88. Bradara), Lux (63. Molina).

Steinbach: Paterok – Budimbu, Al-Azzawe, Herzig (68. Sarr), Strujic – Bisanovic, Tim Müller, Trkulja (77. Göttel) Candan, Koep (46. Bektashi), Marquet.

Schiedsrichter: Brombacher (Wittlingen) – Zuschauer: 1432 Tore: 1:0 Braig (16., Handelfmeter), 2:0 Schindele (35.), 3:0 Molina (74.), 3:1 Candan (78.), 3:2 Candan (90. + 4.) Gelbe Karten: Campagna (Ulm), Trkulja, Tim Müller, Bektashi (Steinbach).


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