Berlemann bleibt bis 2026 Sporthilfe-Vorstandsvorsitzender

Thomas Berlemann

Die Deutsche Sporthilfe setzt weiter auch ihren Chef Thomas Berlemann. Dieser möchte bei der Förderung gerne auf erfolgreiche Sportarten konzentrieren.

Anzeige

Frankfurt/Main (dpa) - . Die Deutsche Sporthilfe hat den Vertrag mit ihrem Vorstandsvorsitzenden Thomas Berlemann um drei Jahre bis zum 31. März 2026 verlängert. Dies entschied der Aufsichtsrat der Stiftung, wie die Privatinitiative zur Athletenförderung mitteilte.

Der frühere Wasserball-Nationalspieler ist seit April 2020 und damit seit Beginn der Coronavirus-Pandemie im Amt. „Unter seiner Führung wurden die vielfältigen Herausforderungen gerade während der Pandemie sehr gut gemeistert, die Erträge sogar gesteigert und der Ruf der Sporthilfe als zuverlässiger Partner unserer geförderten Athletinnen und Athleten gestärkt“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Christian Seifert. Dazu habe er einen Transformations- und Digitalisierungsprozess der Sporthilfe eingeleitet, der die Organisation „fit für die Zukunft“ mache.

Die Deutsche Sporthilfe akquiriert jährlich mehr als 21 Millionen Euro bei Sponsoren oder aus Erlösen der Lotterie Glücksspirale und durch Sonderbriefmarken. Gefördert werden rund 4000 Sportler.

Berlemann: Konzentration auf erfolgreiche Sportarten

Der Sporthilfe-Vorstandschef hält im Zuge der geplanten Spitzensportreform eine Debatte über eine zukünftige Konzentration auf erfolgreiche Sportarten für notwendig. „Ich glaube, diese Diskussion muss geführt werden und an der werden wir uns auch gerne beteiligen“, sagte Berlemann der Deutschen Presse-Agentur. „Die Frage ist, was wollen wir als Gesellschaft, was wollen wir als Deutschland für einen Spitzensport betreiben.“ Und wie wichtig sei der Sport als Kombination von Leistungs- und Breitensport als Kitt für die Gesellschaft: „Von dieser Warte aus gesehen finde ich die Diskussion darüber valide, um zu schauen, ob wir eine Spezialisierung haben wollen und uns die erfolgreichen Sportarten herauspicken sollten, wie es andere Länder schon machen.“

Anzeige

In seiner beruflichen Vergangenheit als Wirtschaftsmanager sei es oft so gewesen, dass man sich auf das Kerngeschäft fokussiert habe, um da wirklich gut zu werden. „Das ist eine Diskussion, die muss im Sport und zum Teil in der Gesellschaft geführt werden, damit wir gemeinsam hinter den Athleten stehen und mit Inbrunst der Überzeugung ihre Unterstützung sicherstellen“, sagte Berlemann. „Dann haben wir auch wieder eine Perspektive, die Olympischen Spiele nach Deutschland zu holen. Wir haben bei den European Championships in München gesehen, was für ein Feuer da entfacht werden kann.“

Die vor sechs Jahren aufgesetzte Leistungssportreform hat nach Ansicht von Berlemann nicht den gewünschten Erfolg gebracht. „Ganz objektiv muss man sehen: Es wurde viel mehr Geld in den Sport investiert, aber der Output ist nicht gegeben. Deshalb muss man das System überdenken“, sagte er. „Es liegt offensichtlich nicht am Geld - und mehr Geld wird es nicht geben. Deshalb muss man mit einer Effizienzbrille draufgucken und auch schauen, was andere Länder machen.“ Dazu gehöre mehr Transparenz und Veränderungsbereitschaft: „Um das sportliche Bild zu strapazieren: Wir sitzen alle in einem Boot. Wenn wir synchronisiert in eine Richtung rudern, wird das auch zum Erfolg führen.“

Dafür müssten auch die Strukturen im Sport auf ihre Effektivität überprüft werden. „Es ist ein komplexes System, in dem die Interessen der Sportler nicht immer an erster Stelle gestanden haben“, meinte Berlemann. „Wenn die Komplexität eines Systems, in das mehr Geld reingesteckt wird, weniger Output generiert, ist es zu kompliziert.“ Deshalb müsse man es vereinfachen. „Entbürokratisieren und schlanker machen“, lautet seine Forderung.