Tennis: Rundenstart mit Aufs und Abs

Holt mit Nervenstärke den Ehrenpunkt für die Wetzlarer Verbandsliga-Damen gegen Kassel: Leonie Lindenstruth. Foto: Peter Bayer

Die verspätet gestartete Tennis-Medenrunde hält für die heimischen Teams auf Landesebene unterschiedliche Ergebnisse parat. Die Damen des TV Wetzlar unterliegen in der...

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. Wetzlar. Der verspätete Auftakt in eine Tennis-Saison, die dank Corona in die Geschichtsbücher eingehen wird, ist aus heimischer Sicht durchwachsen verlaufen. So kassierten die Damen 50 der MSG Watzenborn/Waldgirmes gegen die TSG Rodgau in der Hessenliga eine äußerst unglückliche 4:5-Niederlage. Die Damen 30 der MSG Lollar/ Waldsolms erwischten in der Gruppenliga hingegen einen absoluten Traumstart.

Hessenliga

Damen 50 (6er): MSG Watzenborn/Waldgirmes - TSG Rodgau 4:5: Die erste Partie nach dem direkten Wiederaufstieg in die Hessenliga sollte für die MSG Watzenborn/Waldgirmes zu einer echten Nervenschlacht ohne Happy End werden. Mannschaftsführerin Andrea Hermann sprach von "Pleiten, Pech und Pannen" und traf damit den Nagel ziemlich genau auf den Kopf. Nach mehr als acht Stunden Spielzeit hatten die Kombinierten einen Satz mehr und deutlich mehr Spielgewinne als ihr Gegner TSG Rodgau vorzuweisen, standen aber dennoch mit leeren Händen da. Drei Duelle gingen in den Match-Tie-Break und jedes Mal zog Watzenborn/Waldgirmes den Kürzeren. Ute Weckmann vergab in ihrem Einzel sogar einen Matchball und stand auch im gemeinsamen Doppel mit Hermann unmittelbar vor dem Sieg. "Ich konnte am Ende kaum noch stehen", unterstreicht die Kapitänin, der die Enttäuschung anzumerken war. Zu allem Überfluss zog sich Barbara Rustige auch noch einen Muskelfaserriss zu. "Es hat trotzdem Spaß gemacht. Beim nächsten Mal haben wir hoffentlich das Glück auf unserer Seite", bilanzierte Andrea Hermann.

Verbandsliga

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Damen (4er): TC Wetzlar - Kasseler TC 1:5: Trotz einer ordentlichen Leistung blieben die Damen des TC Wetzlar gegen Kassel chancenlos. "Letztendlich waren unsere Gegnerinnen einfach raffinierter", stellt Mannschaftsführerin Stina Hawryluk fest. Sie selbst zog im Duell der beiden in der deutschen Rangliste aktiven Spielerinnen mit Helena Plümacher nach mehr als zwei Stunden Spielzeit knapp den Kürzeren. Leonie Lindenstruth sammelte im Champions-Tie-Break zumindest den Wetzlarer Ehrenpunkt. Aufgrund des Rückstands setzten die Domstädterinnen in den Doppeln alles auf eine Karte, was aber nicht belohnt wurde. "Trotzdem können wir zufrieden sein", fasste Hawryluk, die sich der Außenseiterrolle in der starken Verbandsliga bewusst ist, zusammen.

Gruppenliga

Herren (6er): TC Wetzlar - TC Olympia Lorsch 1:8: In ihrem ersten Auftritt als Aufsteiger bezahlten die Wetzlarer Herren ordentlich Lehrgeld. Vergangene Saison trennten beide Mannschaften noch zwei Ligen voneinander - ein Unterschied, der sich bemerkbar machte. "Da war nix drin. Die Gruppenliga ist schon eine andere Hausnummer", meint TCW-Kapitän Paul Katz. Julius Pohla verhinderte mit seinem Erfolg die Höchststrafe - Nico Schneider, der in seinem Einzel einen Matchball vergab, verdiente sich von Katz für seinen großen, aber erfolglosen Kampf ein Sonderlob.

Damen 30 (4er): TC Bad Vilbel - MSG Lollar/Waldsolms 2:4: Die Damen 30 der MSG Lollar/ Waldsolms haben in der neuen Klasse einen echten Traumstart hingelegt. "So sehen Sieger aus", freute sich Mannschaftsführerin Edith Blank, die anmerkt: "Das Glück war an diesem Tag wohl auf unserer Seite!" Obwohl der TC Bad Vilbel am Ende sogar die Mehrzahl an gewonnenen Spielen aufwies, entführten die Gäste beide Punkte aus der Quellenstadt. Nicole Wisker fuhr einen glatten Erfolg ein, und Antje Ruppel sorgte mit ihrem Sieg im Champions-Tie-Break für ausgeglichene Verhältnisse. Dank ihrer Nervenstärke - beide Doppel entschied Lollar/Waldsolms knapp für sich - war die Freude am Ende umso größer.

Herren 30 (4er): TC Wetzlar - TC Leun 5:1: Ohne größere Probleme haben die Herren 30 des TC Wetzlar das Derby gegen den TC Leun gewonnen. "Wir haben einerseits davon profitiert, dass beim Gegner zwei Spieler gefehlt haben, anderseits aber auch eine konzentrierte Leistung gezeigt", lobte Wetzlars Mannschaftsführer Marc Ungewiß. Drei der vier Einzel entschieden die Dom-städter deutlich für sich - Arne Sievers musste sich dafür einem stark aufspielenden Tobias Holzhäuser geschlagen geben, der mit seinem Erfolg für eine Überraschung sorgte. Der Punktverlust blieb am Ende jedoch ein kleiner Schönheitsfleck für Ungewiß und Co., die den ungefährdeten Heimsieg in den Doppeln komplettierten.

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Herren 50 (4er): MSG Waldsolms/Nauborn - TC Stadtallendorf 3:3: Ein gerechteres Remis als das zwischen den Herren 50 der MSG Waldsolms/Nauborn und Stadtallendorf ist im Tennis statistisch nicht möglich. Sowohl die Anzahl der Sätze als auch die der einzelnen Spiele (48:48) war am Ende komplett ausgeglichen. Die Gastgeber profitierten letztlich aber davon, dass Stadtallendorfs Nummer eins, Alessandro Toson, nach den Einzeln aus privaten Gründen nicht mehr zur Verfügung stand, wie MSG-Kapitän Hartwig Müller erklärte: "Sonst wäre es sehr schwer geworden!" Ralf Holmok war aus heimischer Sicht zunächst der einzige Punktesammler, doch in den Doppeln zeigten die Kombinierten mit zwei glatten Siegen ihre ganze Klasse. "Ein vielversprechender Start", meinte Müller.

Junioren U18 (4er): TC Wetzlar - Kasseler TC II 6:0: Von Anlaufschwierigkeiten in der neuen Liga war bei den Junioren des TC Wetzlar nichts zu spüren: "Das lief besser als gedacht", freut sich Mannschaftsführer Luca Junker nach dem glatten Erfolg. Einzig Daniel Berger macht es in seinem Einzel etwas spannender, ballte am Ende aber genau wie Noah Lehnhardt, Julius Pohla und Junker selbst die Siegerfaust. Ihre gute Form bestätigte der Wetzlarer Nachwuchs auch in den Doppeln, wodurch die Dom-städter nun zunächst von der Tabellenspitze grüßen..

Juniorinnen U18 (6er): SC Frankfurt 80 II - TC Wetzlar 6:3: Mit einem Quäntchen mehr Glück hätte es auch für die Wetzlarer Juniorinnen mit einem Auftaktsieg klappen können. Beim SC Frankfurt 80 II mussten sich die Domstädterinnen aber geschlagen geben. Wetzlars Mannschaftsführerin Elisabeth Rothensee, die verletzungsbedingt zum Zuschauen verdammt war, zog dennoch ein positives Fazit: "Frankfurt war vor allem auf den hinteren Positionen sehr stark. Wer weiß, was möglich gewesen wäre, wenn wir in Bestbesetzung hätten antreten können", fragte sich Rothensee. Ein besonderes Lob sprach die Kapitänin der erst elfjährigen Anastasia Sturm aus (siehe unten stehenden Artikel).