Jonas Rutsch hat Bundesliga und WM im Visier

Jonas Rutsch fährt bei der Deutschland-Tour in prominenter Gesellschaft, wie hier neben Julien Alaphillipe (blaues Trikot), Weltranglistenerster und Träger des Gelben Tour-Trikots. Foto: Lotto Kern Haus

Jonas Rutsch hat sich bei der Deutschland-Tour gut in einem Weltklassefeld behauptet. Nun zielt der zukünftige Radprofi auf gute Ergebnisse in der Bundesliga und bei der U23-WM.

Anzeige

ERBACH. Eine 30 Fahrer starke Spitzengruppe, darunter vier deutsche Fahrer: Dennis Buchmann, Simon Geschke, Nils Politt – und Jonas Rutsch. Ein tolles Gefühl für den Erbacher, das trotz bis zu zwei Minuten Vorsprung zwar nicht bis ins Ziel hielt. Mit dem der 21-Jährige aber trotzdem etwas Selbstbewusstsein aus der Deutschland-Tour mitnahm.

Zumal er sich mit dem Kontinental-Team Lotto Kern Haus in der Weltelite bewegte: „Da kämpfst du mit ungleichen Waffen. Du kommst ohne Unterstützung gar nicht in den interessanten Teil des Feldes oder kämpfst alleine und verlierst zuviel Körner.“ Zudem war der Einstieg sehr schwierig nach der Verletzung zweier Finger, die ihn zum Ausstieg aus der Tour de l’Avenir gezwungen hatte. „Am Anfang war das echt nervig. Wenn du beim Bremsen und Schalten nicht hundertprozentig sicher bist, ist das nicht gerade von Vorteil. Aber die letzten zwei Tage gingen dann.“

Die 25:51 Minuten Rückstand, mit denen Rutsch Rang 69 in der Gesamtwertung belegte, resultierten aber vornehmlich aus einer Rennsituation Marke Lerneffekt. „Ich habe mich auf der sehr schnellen und hart gefahrenen zweiten Etappe bei der Verpflegungskontrolle nach hinten fallen lassen und wollte mich dann in Ruhe wieder einordnen. Dann ging es aber um die Kurve, Windkante, und das Ineos-Team mit Gerraint Thomas gibt vorne Gas. Das sind eben Erfahrungswerte, die mir noch fehlen.“

Von denen er aber bald reichlich sammeln wird. Denn die hochkarätige Gesellschaft der vier Deutschland-Tour-Tage wird nächstes Jahr der Standard sein. Beim erstklassigen Education-First-Team, wo er einen Zwei-Jahres-Vertrag erhalten hat, gab es während der Deutschland-Tour auch schon eine Sitzprobe auf seinem zukünftigen Rad.

Anzeige

Für den Rest dieser Saison gilt seine Konzentration aber dem Team Lotto Kern-Haus, dem er gerne noch ein passendes Abschiedsgeschenk bereiten würde. „Ich will dem Team noch ein bisschen zurückzahlen von dem, was in mich investiert wurde.“ Am liebsten in Form eines Gesamtsieges in der Bundesliga, wo er in den drei noch ausstehenden Rennen den aktuell zweiten Platz in der Gesamtwertung noch verbessern will. Der krönende Saisonabschluss soll am 27. September im britischen Harrogate erfolgen: „Ich will mit dem Straßenrennen bei der WM meine U 23-Karriere sauber abschließen. Das ist ein Kurs, der mir liegt und wo ich definitiv zuschlagen will.“