Punktloser Doppelheimspieltag

Alle Bemühungen nutzten nichts: Marc Zajic (l.) und die EG Diez-Limburg blieben am Heimspielwochenende punktlos. Foto: Nicole Baas

Die EG Diez-Limburg hat das Heimspiel-Wochenende in der Eishockey-Oberliga Nord punktlos beendet, dem 1:2 gegen den Krefelder EV folgte das 3:5 gegen die Eisbären Hamm, die...

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LIMBURG/DIEZ. Die EG Diez-Limburg hat das Heimspiel-Wochenende in der Eishockey-Oberliga Nord punktlos beendet, dem 1:2 gegen den Krefelder EV folgte das 3:5 gegen die Eisbären Hamm, die erste Niederlage im vierten Duell gegen den Mitaufsteiger.

EG Diez-Limburg – Krefelder EV 1:2 (1:1, 0:0, 0:1): Es war irgendwie bezeichnend für diesen Abend: Das Spiel war lange vorbei, da standen beide Teams noch zusammen. Manche eher gemütlich, andere eher angespannt – nicht jeder trug noch einen Helm, auf Abstand achtete kurzweilig niemand mehr. Nachdem sich die Stimmung zwischen beiden Mannschaften über 60 Minuten aufgebauscht hatte, gab es zum Abschluss noch einmal nette Worte und Körperkontakt. Nicht ganz unbeteiligt daran: die Unparteiischen.

„Leute, das ist ein total faires Spiel – und es gibt ständig Strafen“, hatte Rockets-Cheftrainer Marius Riedel zwischenzeitlich einen Appell an die Schiedsrichter gesendet. Vanessa Anselm und Robert Ruhnau waren schon sehr oft am Diezer Heckenweg zu Gast in der laufenden Saison. Stets ruhig, souverän und unauffällig leiteten die beiden die Spiele. Die Eigendynamik auf dem Eis aber hatten sie dieses Mal durchaus gefördert – wohlgemerkt auf beiden Seiten. Viele kleine Entscheidungen sorgten in der Summe für eine irgendwie unentspannte Atmosphäre auf dem Eis. Am Ende ging die EGDL, das fairste Team der Liga mit rund acht Strafminuten pro Spiel, mit 40 Strafminuten vom Eis.

Ob das Spiel mit weniger Strafen auf beiden Seiten einen anderen Verlauf genommen hätte, ist natürlich fraglich. Fakt aber war: Es wurde jede Menge Überzahl und Unterzahl gespielt – die beiden ausgemachten Schwachstellen im Spiel der EGDL. Und weil durch den Ausfall von Kevin Lavallee und Kyle Brothers zudem die Reihen kräftig durchgewirbelt wurden, fanden die „neuen“ Mitspieler nur schleppend zusammen.

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Krefeld wusste das auszunutzen: Maciek Rutkowski erzielte früh die Führung (2.). Die Antwort auf der Gegenseite gab Leon Köhler mit einem schönen Schuss in den Winkel (8.). Ansonsten war da viel Tempo, viel Unterbrechung, viele geblockte Schüsse, viele starke Paraden der beiden Keeper Jan Guryca (Fangquote 95,3) und Nils Kapteinat (96,3) – und eben ein paar Strafen auf beiden Seiten. Einem torlosen zweiten Drittel folgte dann die Entscheidung im letzten Drittel, die wie aus dem Nichts fiel: Ein verdeckter Schuss von Rutkowski fand den Weg ins Tor (49.), Guryca hatte keine Chance. Das Eishockeyspiel endete mit einem Fußballergebnis: 2:1 für Krefeld.

„Wir haben leider kein gutes Powerplay gespielt, mit dem man ein solches Spiel hätte entscheiden können. Wir waren nicht geradlinig genug. Krefeld hat viel Druck gemacht, war aggressiv und laufbereit, und wir hatten ein Problem, damit umzugehen. Am Ende hat Krefeld den Sieg verdient“, sagte Riedel nach Spielschluss..

Diez-Limburg: Guryca (Busch) – Valenti, Seifert, Marek, Halbauer, Slaton, Pöpel, Wächtershäuser, Droick, Krämer – Hildebrand, Matheson, Zajic, Lademann, Fearing, Patocka, Firsanov, Wellhausen, Köhler, Lehtonen.

Tore: 0:1 Maciek Rutkowski (2.). 1:1 Leon Köhler (8.), 1:2 Maciek Rutkowski (49.).

Strafminuten: Diez-Limburg 40, Krefeld 22.

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„Da sind Menschen am Werk, die Fehler machen“

EG Diez-Limburg – Eisbären Hamm 3:5 (1:1, 0:2, 2:2): Die Partie begann ideal für die EGDL: Gleich die erste Überzahl-Situation nutzten die Gastgeber zur Führung, Niklas Hildebrand netzte nach starker Vorarbeit von Cheyne Matheson und Jeff Fearing ein. Dass der Tag dennoch ein gebrauchter war, zeigte sich schon wenig später: Die Rockets, von Hamm stark unter Druck gesetzt, wollten die Scheibe von hinter dem eigenen Tor klären – doch dann schoss eine Rakete unglücklich eine andere an, der Puck sprang von dort durch die Beine von Louis Busch unhaltbar zum Ausgleich ins Tor (7.).

Busch, der den Vorzug vor Tim Stenger bekam (Jan Guryca pausierte), machte seine Sache gut, hielt seine Mannschaften mit einigen starken Paraden im Spiel. Im zweiten Drittel konnte aber auch er zwei Gegentreffer nicht vermeiden – beide Male traf Gianluca Balla (34., 37.), jeweils nach starker Vorarbeit von Andreas Valdix und Kevin Orendorz. Diese Reihe machte es den Rockets besonders schwer. Die 3:1-Führung für Hamm nach dem zweiten Drittel war nicht unverdient. Die Gastgeber hatten offensiv zu wenig gute Ideen.

Rockets-Cheftrainer Marius Riedel sah im letzten Drittel noch einmal eine verbesserte EGDL-Mannschaft, die Partie aber konnten die Gastgeber nicht mehr drehen. Auch wenn sie noch zwei Mal den Anschlusstreffer erzielten: Zunächst traf Cheyne Matheson nach ganz feiner Einzelleistung zum 2:3 (45., Überzahl), später verkürzte Niklas Hildebrand auf 3:4 (54.). Dazwischen hatte Samuel Dotter mit dem 4:2 (50.) bereits das Game-Winning-Goal erzielt. Diez-Limburg nahm an Ende den Keeper für einen weiteren Feldspieler vom Eis, Andreas Valdix nutzte das zum 5:3-Endstand (60., empty net).

„Wir haben nicht grundsätzlich schlecht gespielt, zwischenzeitlich aber unser Engagement verloren“, sagte Marius Riedel zur Niederlage. „Wir waren im letzten Drittel deutlich besser und aggressiver, bringen viele Scheiben zum Tor, machen aber nichts draus. Aber da draußen sind Menschen am Werk, die auch mal Fehler machen.“

Diez-Limburg: Busch (Stenger) – Valenti, Seifert, Marek, Halbauer, Slaton, Pöpel, Wächtershäuser, Droick, Krämer – Hildebrand, Matheson, Zajic, Lademann, Fearing, Patocka, Firsanov, Wellhausen, Lehtonen.

Tore: 1:0 Niklas Hildebrand (2., Überzahl), 1:1 Tim Pietzko (7.), 1:2, 1:3 Gianluca Balla (34., 37.), 2:3 Cheyne Matheson (45., Überzahl), 2:4 Samuel Dotter (50.), 3:4 Niklas Hildebrand (54.), 3:5 Andreas Valdix (60., empty net).

Strafminuten: Diez-Limburg 8, Hamm 12.

Von Tom Neumann