EG Diez-Limburg: Erstes Sechs-Punkte-Wochenende

Jubelnde Rockets – ein am Wochenende typisches Bild, das offenbar auch Schiedsrichter Eugen Schmid gut gefiel. Foto: Nicole Baas

Erstes Sechs-Punkte-Wochenende für die EG Diez-Limburg: Der Eishockey-Oberligist schlug die Icefighters Leipzig und siegte bei den Crocodiles Hamburg.

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LIMBURG/DIEZ. Erstes Sechs-Punkte-Wochenende für die EG Diez-Limburg: Der Aufsteiger in die Eishockey-Oberliga Nord schlug zunächst die Icefighters aus Leipzig mit 6:4 und siegte dann auch bei den Crocodiles Hamburg mit 5:3. Die Rockets zogen damit in der Tabelle auf Pre-Playoff-Platz neun. Bereits am heutigen Dienstag ist die EGDL beim Krefelder EV im Einsatz.

EG Diez-Limburg – Icefighters Leipzig 6:4 (1:0, 2:3, 3:1): Von Beginn an agierten die Gastgeber offensiv spielfreudig und defensiv konzentriert. Die Führung durch Kyle Brothers nach starker Vorarbeit von Cheyne Matheson (7.) war denn auch hochverdient. Allerdings hatten die Icefighters in der Folge zwei, drei hochkarätige Chancen, die jedoch ungenutzt blieben oder von Rockets-Keeper Jan Guryca pariert wurden.

Mit Beginn des zweiten Drittels erhöhte Brothers in doppelter Überzahl auf 2:0 (21.). Allerdings machte die EGDL in dieser Phase zu wenig aus den Überzahl-Situationen, die Leipzig ihnen anbot. Insgesamt saßen die Icefighters drei Mal wegen Spielverzögerung auf der Strafbank, einmal wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. Beim Spiel Fünf-gegen-Fünf waren die Sachsen im zweiten Durchgang hingegen deutlich aktiver und phasenweise auch den Rockets überlegen. Dem Anschlusstreffer durch Moritz Israel in Überzahl (22.) ließ die EGDL auf der Gegenseite das Debüttor von Dominik Patocka im Trikot der Diez-Limburger folgen zum 3:1 (32.). Doch Leipzig war am Drücker: Florian Eichelkraut mit einem Alleingang (38.) und Michal Velecky sechs Sekunden vor der Drittelpause (40.) besorgten den 3:3-Ausgleich.

Doch das Momentum hatten im letzten Drittel wieder die Rockets auf ihrer Seite. Mit dem Treffer von Marc Zajic (45.) zur erneuten Führung war die EGDL wieder am Drücker, die in Überzahl durch Kevin Lavallee entscheidend davonzog (51.). Zwar kam Leipzig mit einem sechsten Mann auf dem Eis noch zum 4:5 (59.), wenig später aber machte Lavallee mit einem Empty-net-Goal zum 6:4 den Sieg perfekt (60.). „Wir haben ein Spiel gesehen mit vielen Fehlern auf beiden Seiten“, sagte EGDL-Trainer Arno Lörsch. „Wir waren mit der Führung im zweiten Drittel zu zufrieden. Im Gegenzug hat Leipzig enormen Druck gemacht. Aber die Mannschaft hat gezeigt, dass sie zurückkommen kann. Wir haben im letzten Drittel die Uhr auf Null gestellt und sehr clever gespielt. Eine tolle Mannschaftsleistung gegen eine Topmannschaft. Mit dem dritten Heimsieg in Serie bin ich natürlich sehr zufrieden.“

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Diez-Limburg: Guryca (Busch) – Slaton, Seifert, Marek, Halbauer, Valenti, Wächtershäuser – Bruch, Lavallee, Zajic, Patocka, Brothers, Matheson, Hildebrand, Wellhausen, Lademann, Firsanov, Maier, Lehtonen, Droick.

Tore: 1:0 Kyle Brothers (7.), 2:0 Kyle Brothers (21., doppelte Überzahl), 2:1 Moritz Israel (25., Überzahl), 3:1 Dominik Patocka (32.), 3:2 Florian Eichelkraut (38.), 3:3 Michal Velecky (40.), 4:3 Marc Zajic (45.), 5:3 Kevin Lavallee (51., Überzahl), 5:4 Florian Eichelkraut (59.), 6:4 Kevin Lavallee (60., empty net).

Strafen: Diez-Limburg 4, Leipzig 14.

Crocodiles Hamburg – EG Diez-Limburg 3:5 (2:0, 1:3, 0:2): Eigentlich waren beide Teams relativ auf Augenhöhe in einem Spiel, das im ersten Drittel noch nicht extrem an Fahrt und Klasse aufgenommen hatte. Doch dann setzten die Crocodiles zwei Nadelstiche: Jan Tramm traf aus nahezu unmöglichem Winkel genial zum 1:0 (12.), Thomas Zuravlev nutze einen Alleingang in Unterzahl zum 2:0 (19.). Das Spiel schien den erwarteten Verlauf zu nehmen.

Doch die Rockets fanden eine Antwort – und das ist vor allem der Ausgeglichenheit der Reihen geschuldet, mit der die EGDL derzeit agieren kann. Defensiv trotz des Ausfalls von Routinier Marius Pöpel sehr stabil, können alle drei Sturmreihen offensiv für Druck sorgen. Das erste Rockets-Tor ging allerdings auf das Konto einer Powerplay-Formation: David Lademann „arbeitete“ in Überzahl die Scheibe in die Maschen (26.). Und in Unterzahl profitierte die EGDL einmal mehr von der hohen Geschwindigkeit, mit der man offensiv agieren kann. Marc Zajic wurde bei seinem Konter am Torschuss gehindert, den anschließenden Penalty verwandelte der Stürmer in beeindruckender Manier (29.).

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Nachdem die Rockets den 0:2-Rückstand egalisiert hatten, gingen sie noch im zweiten Drittel ein erstes Mal in Führung: Niklas Hildebrand ließ bei einem Alleingang Crocodiles-Keeper Kai Kristian keine Chance (34.). Die Gastgeber gaben aber ihrerseits eine schnelle Antwort: Dominic Steck (35.) glich zum 3:3 aus. Die Partie entschied dann Cheyne Matheson: Mit einem Doppelpack (45., 53.) machte der Kanadier sein 19. und 20. Saisontor und schoss die EGDL im letzten Drittel zu einer 5:3-Führung. Hamburgs Bemühungen prallten am starken Defensivverhalten der Rockets ab oder wurden von Jan Guryca pariert.

„Wir haben uns im zweiten Drittel durch die Strafen aus dem Spiel gebracht“, sagte Hamburgs Trainer Jacek Plachta: „Diez-Limburg war eiskalt vor dem Tor und hat unsere Fehler ausgenutzt. Ein verdienter Sieg.“ Sein Gegenüber Arno Lörsch lobte „die gesamte Mannschaft. Hamburg hat das am Anfang klasse gemacht. Aber wir sind zurückgekommen, und ich habe den Jungs beim 3:3 in der zweiten Pause gesagt: Jetzt ist alles drin. Lasst uns kluge Entscheidungen treffen. Und das haben wir dann gemacht“.

Diez-Limburg: Guryca (Busch) – Slaton, Seifert, Marek, Halbauer, Valenti, Wächtershäuser – Bruch, Lavallee, Zajic, Patocka, Brothers, Matheson, Hildebrand, Lademann, Firsanov, Lehtonen, Droick.

Tore: 1:0 Jan Tramm (12.), 2:0 Thomas Zuravlev (19., Unterzahl), 2:1 David Lademann (26., Überzahl), 2:2 Marc Zajic (29., Unterzahl, Penalty), 2:3 Niklas Hildebrand (34.), 3:3 Dominic Steck (35.), 3:4, 3:5 Cheyne Matheson (45., 53.).

Strafen: Hamburg 16, Diez-Limburg 6.

Von Tom Neumann