Aktuell hat jeder eine Chance auf Arbeit

ARBEITSMARKT Arbeitslosenzahlen sind weiterhin rückläufig, und Betriebe im Kreis suchen Mitarbeiter

(Grafik: Steinhaus)

Vor allem im Bereich Pflege und Erziehung liegt der Schwerpunkt der Fortbildungen durch die Arbeitsagentur. (Foto: Archiv)

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Und die Betriebe in der Region suchen Mitarbeiter auf allen Qualifikationsstufen, berichtet der Geschäftsführer der Marburger Arbeitsagentur, Gerhard Wenz.Auch hessenweit sehe der Arbeitsmarkt gut aus, es gebe nur einen minimalen Anstieg der Arbeitslosigkeit, die Quote bleibe bei 5,9 Prozent, berichtet Wenz. Im Landkreis sieht noch deutlich besser aus, hier ist die Quote mit 4,2 Prozent gegenüber dem Juli stabil, gegenüber dem Vorjahr ging sie um 0,2 Prozent zurück. Damit ist der Landkreis im Hessenvergleich weiter aufgerückt, von allen Landkreisen und Städten hat nur Fulda mit 3,5 Prozent eine geringere Arbeitslosigkeit.

"Derzeit gibt es gute Chancen, Beschäftigung zu finden, auch für Langzeitarbeitslose oder geringer Qualifizierte", betont Wenz. Die Beschäftigung im Landkreis steige ohnehin seit langem an, Ende vergangenen Jahres seien knapp 86 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gezählt worden, gegenüber 2012 ein Anstieg um 1,3 Prozent oder 1084 zusätzliche Jobs. Dienstleistungsgewerbe und produzierendes Gewerbe suchten derzeit auch geringer qualifizierte Helfer. Dennoch liege der Schwerpunkt der Agenturarbeit weiterhin auf Fortbildung der Arbeitslosen ohne Berufsausbildung, sagte Wenz, vor allem im Bereich Pflege und Erziehung, außerdem gebe es innerbetriebliche Umschulungen und Qualifizierungen vor allem im Metallbereich.

Von der guten Entwicklung auf dem heimischen Arbeitsmarkt profitieren auch die älteren Arbeitslosen. Bei den über 50-Jährigen hat die Arbeitslosigkeit gegenüber dem August vergangenen Jahres um 8,8 Prozent abgenommen, im Bereich des Sozialgesetzbuches II ("Hartz IV") sogar um 15,8 Prozent. Auch Langzeitarbeitslose haben wieder mehr Jobs gefunden, allein im vergangenen Monat 5 bei der Agentur und 84 beim KreisJobCenter. Insgesamt gab es gegenüber dem Vorjahr 243 Langzeitarbeitslose weniger, ein Rückgang um 12,5 Prozent.

Bei der Agentur waren im August 28 Arbeitslose weniger gemeldet als im Juli, beim KreisJobCenter 37 weniger. Allerdings schlägt sich im "Hartz IV"-Bereich der Arbeitsmarkt nicht auf die Entwicklung bei den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten oder den Bedarfsgemeinschaften nieder, berichtet der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow. Bei den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten habe die Zahl gegenüber Juli um 50 zugenommen, gegenüber dem Vorjahr um 38. Die Bedarfsgemeinschaften sind gegenüber dem Juli um 28 gesunken, gegenüber dem Vorjahr aber um 142 also um 2,3 Prozent gestiegen.

Weiterbildung ist das A und O

Langfristig betont Wenz weiterhin die Bedeutung der Weiterbildung für Arbeitslose. "Auch wenn es derzeit gute Beschäftigungsmöglichkeiten gibt, ist langfristige Sicherheit nur gegen Qualifizierung zu haben. Das bedeutet für die Betroffenen möglicherweise kurzfristig einen Verzicht auf ein gerade mögliches Einkommen, aber auf lange Sicht verhilft nur Weiterbildung zu einer stabilen Beschäftigung."

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