Lotto Rheinland-Pfalz wartet auf neuen Staatsvertrag

Lotto-Chef Jürgen Häfner zieht eine positive Bilanz des vergangenen Jahres. Archivfoto: Lotto Rheinland-Pfalz

Der rheinland-pfälzische Lotterieanbieter will künftig das Online-Geschäft weiter ausbauen. Im vergangenen Jahr gab es im Bundesland elf Lotto-Millionäre.

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KOBLENZ. „Ihre Wette in sicheren Händen“ – mit diesem Slogan machte Oliver Kahn Werbung für einen privaten Sportwetten-Anbieter, bei dem Spielfreudige online zum Beispiel auf den nächsten Sieg ihrer Lieblingsmannschaft tippen können. Wie sicher diese Spiele sind, ist umstritten. Denn die Anbieter sitzen im Ausland, beispielsweise in Malta, weil nach deutschem Recht Online-Wettspiele verboten sind. Das soll sich bald ändern. Denn derzeit handeln die Bundesländer einen neuen Glücksspielstaatsvertrag aus, der diese erlaubt – in einem engen rechtlichen Rahmen.

„Dann werden die Karten neu gemischt“, ist der Geschäftsführer von Lotto Rheinland-Pfalz, Jürgen Häfner überzeugt. Davon könnte auch die staatliche Sportwette „Oddset“ profitieren, deren Erlöse aufgrund der starken Konkurrenz im grauen Markt des Internets arg gelitten haben. Dann wäre Schluss mit aufreizender Werbung und lockenden Bonus-Systemen. Und auch die staatlichen Lotterien könnten Online-Angebote etablieren. Die Gewinne kämen dann der Allgemeinheit zu Gute.

„Den natürlichen Spieltrieb der Menschen in geordnete Bahnen lenken“ – so lautet der Auftrag der staatlichen Lotterien wie Lotto Rheinland-Pfalz laut dem bestehenden Glücksspielstaatsvertrag. Diesem Auftrag sei Lotto Rheinland-Pfalz auch 2018 wieder erfolgreich nachgekommen, wie Geschäftsführer Häfner und Aufsichtsratsvorsitzender Stephan Weinberg, Staatssekretär im Finanzministerium, bei der diesjährigen Bilanzpressekonferenz in Koblenz zeigten.

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280 Millionen Umsatz erwirtschaftete Lotto Rheinland-Pfalz 2018 im Jahr seines 70-jährigen Bestehens. Das Unternehmen erzielte dabei einen Überschuss von 340 000 Euro – ein Plus von 4,7 Prozent. Und es beschert elf Rheinland-Pfälzern ein Millionenvermögen – einer davon stammt aus Rheinhessen. Neben den Gewinnern machte Lotto auch die Hüter des Landeshaushalts und Vertreter des Sports, der Kultur und des Umweltschutzes glücklich. Immerhin fließt ein Drittel des Lotto-Umsatzes direkt ans Land – im vergangenen Jahr waren dies rund 125 Millionen Euro. An die sozialen Nutznießer wurden insgesamt 4,5 Millionen Euro aus den Lotterien GlücksSpirale, Sieger-Chance und Bingo! verteilt.

Zu der Umsatzsteigerung von Lotto Rheinland-Pfalz trug unter anderem der „Eurojackpot“ bei. Die Spieleinsätze stiegen bei dieser Spielform um rund 30 Millionen auf 79,6 Millionen Euro. Ein Trend, der sich dagegen seit einigen Jahren abzeichnet: Der Klassiker „6 aus 49“ wird weniger nachgefragt. Hier sanken die Einsätze weiter um rund sechs Prozent (elf Millionen Euro) auf 166,8 Millionen Euro. Einen Rekordbetrag von 23 Millionen Euro an Spieleinsätzen generierte Lotto über die Internetseite www.lotto-rlp.de, ein Plus von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und der Anteil könnte weiter steigen – wenn Lotto demnächst dann auch ins Online-Wettgeschäft einsteigen kann.

Von Torsten Strauß