Wetzlar wächst: Die Einwohnerzahl nähert sich der Marke von 54 000, das wäre der Stand aus Zeiten, in denen die Bundeswehr noch in der Stadt präsent war. Doch es fehlt...

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Wetzlar. Wetzlar wächst: Die Einwohnerzahl nähert sich der Marke von 54 000, das wäre der Stand aus Zeiten, in denen die Bundeswehr noch in der Stadt präsent war. Doch es fehlt bezahlbarer Wohnraum. Die WWG will die Lücke schließen und investiert in Dalheim Millionen.

Die Bodenplatte liegt, jetzt wachsen die Mauern in die Höhe. 6,5 Millionen Euro Investitionsvolumen hat das Neubauprojekt im Schwalbengraben, das die Wetzlarer Wohnungsgesellschaft umsetzt. Am Donnerstag haben Vertreter von WWG, Stadt, Planungs- und Bauunternehmen sowie des Versorgers enwag gemeinsam den Grundstein gelegt. Mit dabei waren auch Einwohner von Dalheim, die sich in den Arbeitsgruppen des Programms „Soziale Stadt“ engagieren.

Im Frühsommer des kommenden Jahres sollen die ersten Mieter in dem Neubau einziehen

Insgesamt 38 unterschiedlich große Wohnungen entstehen in dem neuen Komplex, allesamt barrierefrei, wie WWG-Geschäftsführer Harald Seipp berichtete. Zwei der Wohnungen würden rollstuhlgerecht gestaltet. Insgesamt geht es um 2400 Quadratmeter Wohnfläche.

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Bereits vor zwei Jahren waren die Planungen für den Neubau im Schwalbengraben angestoßen worden, sagte Seipp. WWG und Stadt kommt bei der Umsetzung des Projekts eine Förderung aus Kommunalen Investitionsprogramm von Land und Bund zugute. Wenn alles klappt, werden im Frühsommer des kommenden Jahres die ersten Mieter einziehen. Eine rege Nachfrage sei bereits jetzt zu verspüren, nachdem die WWG das Vorhaben in ihrer Mieterzeitschrift vorgestellt hat, sagte Seipp. Er kündigte auch an: „Wir werden weiter in Dalheim aktiv sein.“

„Wir stellen uns den Herausforderungen“, sagte Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD), der auch Aufsichtsratsvorsitzender der WWG ist. Er erinnerte an den Bevölkerungszuwachs in Wetzlar: In den letzten Jahren seien so viele neue Menschen in die Stadt gezogen, dass dies der Größenordnung von Siegbach als kleinster Gemeinde im Lahn-Dill-Kreis entspreche.

Dadurch entstünden Anforderungen an Wohnraum, denen die Stadt gerecht werden müsse. Nachdem es lange keinen neuen Mietwohnungsbau in Wetzlar gegeben habe, hätten Stadt und WWG vor Kurzem mit einer Studie untersucht, wo es überall Potenzial gibt.

Oberbürgermeister Wagner wünschte gutes Gelingen für den Bau des Gemeinschaftsprojekts in Dalheim.

Mit von der Partie ist auch die enwag. Das Unternehmen wird in den kommenden Jahren ein Nahwärmenetz in der Umgebung schaffen. Nicht nur der Neubau werde daran angeschlossen, sondern auch weitere Gebäude der WWG im Umkreis, sagte Berndt Hartmann, kaufmännischer Geschäftsführer des Wetzlarer Versorgers.

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Die Wärme liefert ein erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk, das in einem kleinen Extragebäude auf dem Gelände des Neubaus am Schwalbengraben entstehen wird. Bis zum Jahr 2025 sollen in der Umgebung rund 300 Haushalte an das neue Nahwärmenetz angeschlossen werden.

Von Dirk Wingender