Alter Park ist neu herausgeputzt

aus Stadt Herborn

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Handwerkskunst: Weil das Tor am Haupteingang des Stadtparks nun nicht mehr zwischen, sondern hinter den Mauern aufgehängt ist, hat es der Herborner Schlosser Friedhelm Walther zu seiner Mitte hin um einige Felder vergrößert. Der „Anbau“ fällt aber gar nicht auf.  Foto: Weirich

Noch müssen sich die Herborner etwas gedulden: Die Umgestaltungsarbeiten im Stadtpark auf dem Alten Friedhof sind fast abgeschlossen. Bis zur Eröffnung gehen aber noch gut...

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HERBORN. Noch müssen sich die Herborner etwas gedulden: Die Umgestaltungsarbeiten im Stadtpark auf dem Alten Friedhof sind fast abgeschlossen. Bis zur Eröffnung gehen aber noch gut drei Wochen ins Land. Wir haben schon einmal einen Blick hinein geworfen.

Boris Grabowski vom Stadtbauamt hat gerade das neue alte Tor am Haupteingang aufgeschlossen. Er schwärmt regelrecht von der Handwerkskunst, die der Herborner Schmied und Schlosser Friedhelm Walther da vollbracht hat. Er hat das Tor nämlich ein wenig breiter machen müssen.

Bisher war es zwischen den Mauern an der Bahnhofstraß;e angeschlagen. Dadurch war allerdings die Durchfahrt etwa für Lieferwagen und Verkaufsstände zusätzlich beengt. Nun ist es von der Straß;e aus gesehen hinter den Mauern aufgehängt – und Walther hat an beide Flügel jeweils zwei Felder "drangeschmiedet". Seine Arbeit ist so gut ausgefallen, dass der Ansatz mit bloß;em Auge nicht zu erkennen ist.

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Hinter dem Tor verläuft der Hauptweg auf der gewohnten Route durch die Mitte des Parks. Allerdings ist er nun mit einem etwas nobler erscheinenden Natursteinpflaster gelegt. Das Rondell in der Parkmitte ist gewachsen und zeigt im Pflaster eine Windrose.

Vier der zehn Lichtstelen vom Hessentag 2016 werfen ihr Farbenspiel von unten in Baumkronen

Rechts vom Haupteingang, an dem ein Baum gefällt worden ist, schlängelt sich ein neuer, etwas schmalerer Weg knapp vor den Auß;enmauern entlang. Er mündet in eine weitere Neuheit: eine 105 Quadratmeter groß;e Bühnenfläche an der Wand zur Dill hin. Sie sei vielseitig einsetzbar, sagt Rathaus-Büroleiter Jörg Kring. Beispielsweise beim Kinderspektakel Ende August oder für Auftritte von Kleinkünstlern – oder nach Londoner Vorbild auch als "Speaker’s Corner", fügt er im Scherz noch an.

Die letzten vier der zehn zum Hessentag 2016 in Herborn von einem Künstler geschaffenen Lichtstelen haben nun im Stadtpark eine Bleibe gefunden. Sie sind so aufgestellt, dass sie mit ihrem Farbenspiel von unten in Baumkronen leuchten. Die anderen sechs stehen ja schon seit geraumer Zeit am gegenüberliegen Dillufer in Höhe des ehemaligen Pertuisplatzes. Zusätzliche Beleuchtung bieten fünf neue Laternen.

Neu sind auch die Ruhemöbel: Neun Bänke hat die Stadtverwaltung angeschafft und dazu zehn neue Mülleimer aufstellt.

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Ein Blickfang ist zudem die groß;zügig angelegte Spielecke: Sie befindet sich im von der Bahnhostraß;e aus gesehen hinteren Teil vor dem Ausgang am Dillturm in Richtung Obertor und ist mit einem speziellen Weichbodengitter ausgelegt, falls einmal ein Kind von einem der drei Spielgeräte oder der metallenen "Lümmelbank" herunterfallen sollte. Aufgestellt wurden dort ein "Supernova"-Drehring, eine metallene Kreiselwippe und eine "Seilbahn", an der Kinder sich an einer stählernen Stange von einem Turm zum anderen "fahren" können.

In der zum Leonhardsturm hin gelegenen Ecke sind nun alle Reste von alten Grabdenkmälern gesammelt ausgestellt, die vorher über den Park verteilt waren. Dazu gehören auch zwei Säulenbasen eines früheren Eingangs zum Rathaus, der kleine Obelisk, der zuletzt an der Mauer neben dem Haupteingang stand, und zwei Grabsteinbruchstücke, die während der Erdarbeiten zur Umgestaltung gefunden worden sind, sagt Grabowski. Die Sammlung wird noch um eine Infotafel ergänzt, die dem Betrachter erklärt, was er da vor sich stehen und liegen sieht.

Nahezu unsichtbar ist dagegen die Technik, die im Park verbuddelt worden ist: 700 Meter Kabel, 100 Meter Kanal- und 30 Meter Wasserleitungen sind neu verlegt worden. Wenn bei Veranstaltungen Strom und Wasser gebraucht werden, können die Nutzer ihre Leitungen an drei sogenannten "Senkelektranten" mit Stromzähler und mehreren auf das Gelände verteilten Unterflurhydranten anschließ;en. So werde es für das Publikum weniger Stolperfallen geben, erklärt Grabowski.

Zunächst gibt es Holzhackschnitzel statt Grünflächen: Eingesät wird erst Ende August

Sträucher und wildes Gestrüpp sind entfernt worden. Durch die "offene Gestaltung", sagt Kring, strahle der der Park eine familienfreundlichere Atmosphäre aus und sei nun auch sicherer, weil es keine dunklen Ecken mehr gebe.

Demnächst werden auf den "Grün"-Flächen, die nach den Erdarbeiten derzeit noch nicht wieder solche sind, vorübergehend Holzhackschnitzel verteilt, damit der Park für Veranstaltungen wie das Weinfest Ende Juni und das Sommerfest Ende Juli genutzt werden kann. Nach dem Kinderspektakel Ende August wird der Alte Friedhof für den Publikumsverkehr gesperrt, um die Flächen neu einzusäen, damit die Grünflächen wirklich wieder Grünflächen werden.

Ursprünglich hatte die Verwaltung rund 330.000 Euro als Kosten für das Umgestalten veranschlagt. Grabowski geht allerdings davon aus, dass es am Ende günstiger wird. Zudem erhält die Stadt die Hälfte des für das Vorhaben benötigten Geldes aus Fördermitteln des Bundes und des Landes wieder zurück.