Stadt findet Pächter für das Café

aus Stadt Biedenkopf

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Die Stadt Biedenkopf hat einen Betreiber für das geplante Café im zentral gelegenen Gebäude Markt 2 gefunden: Stephanie Bastian und Dirk Wetzlar, bislang und auch...

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Biedenkopf. Die Stadt Biedenkopf hat einen Betreiber für das geplante Café im zentral gelegenen Gebäude Markt 2 gefunden: Stephanie Bastian und Dirk Wetzlar, bislang und auch künftig Inhaber der Schlossterrasse, werden dort im Frühjahr einziehen.

Man habe sich auf eine langfristige Zusammenarbeit von zehn Jahren verständigt, berichtete Biedenkopfs Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) am Dienstagnachmittag in einem eilig anberaumten Pressegespräch mit dem Hinterländer Anzeiger. Am Vorabend hatte der Magistrat grünes Licht gegeben. Im Erdgeschoss wollen Stephanie Bastian und Dirk Wetzlar auf einer Fläche von 133 Quadratmetern ihr Café einrichten. Vor dem Gebäude kommen noch einmal rund 70 Quadratmeter hinzu.

Ein kleines Fragezeichen gibt es derzeit noch, und das ist die Finanzierung. Einen sechsstelligen Betrag wollen die Betreiber in die Einrichtung investieren. Mitte September soll die Entscheidung der Bank fallen. Dirk Wetzlar ist jedoch zuversichtlich. "Mit unserem schlüssigen Konzept dürfte es klappen", ist er überzeugt. Darüber hinaus sind Fördermittel eingeplant. Derzeit läuft ein Antrag auf Mittel für die Förderung der ländlichen Entwicklung. Sollte der nicht zum Ziel führen, gibt es die Alternative, das Leader-Programm der Europäischen Union zu nutzen.

Wenn die Finanzierung steht, ist erst einmal die Stadt am Zug. Sie wird sich, abgestimmt mit den neuen Pächtern, an den Innenausbau machen. Der Zuschnitt bleibe erhalten, erklärte Thorsten Schmack vom Fachbereich Bauen und Umwelt. Im Wesentlichen gehe es um die Oberflächen, also um Dinge wie Fuß;bodenbeläge und das Streichen der Wände.

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Ganztags soll es Kuchen, Waffeln und ein gutes Frühstück geben

Überdies müsse man die Anschlüsse für Heizung und Sanitär anpassen, vielleicht auch hier und da mal eine Steckdose. Das alles ist laut Schmack aber "überschaubar", da sich die Raumplaner der neuen Pächter bei ihren Überlegungen an den vorhandenen Anschlüssen orientiert hätten.

Zeitnah wollen Stephanie Bastian und Dirk Wetzlar dann mit dem Einrichten ihres neuen Cafés beginnen. "In unseren Köpfen ist es bereits fertig", sagt sie, "der Oberbegriff ist ,Wiener Kaffeehaus‘". Bis der Betrieb beginnen kann, werde es aber wohl dennoch Frühjahr werden, setzt er hinzu. Die Ladenbauer bräuchten nämlich für ihren Part rund drei Monate – und so richtig könnten sie erst beginnen, wenn die Stadt ihre Aufgaben erledigt hat. "Die Kuchenvitrine etwa wird konkret für unser Café gebaut", erklärt Stephanie Bastian.

Vom Charakter her schwebt den beiden Betreibern ein gemütliches Kaffeehaus vor, mit 40 Sitzplätzen innen und etwa 35 bis 40 Plätzen auß;en. "Ich bin da Old School", scherzt Stephanie Bastian: Das Geschirr werde sicherlich von Rosenthal kommen, und auch ein wohnlicher Teppich sei geplant. Neben selbst gemachtem Kuchen sollen Waffeln und Frühstück auf dem Speisenplan stehen – und zwar über den ganzen Tag hinweg. "Wer morgens Waffeln will, der soll sie auch bekommen", sagt Dirk Wetzlar. Doch auch jene Arbeitnehmer, die in der Mittagspause etwas essen möchten, schweben ihnen als Kundschaft vor. Daher soll es einen kleinen "Mittagstisch" geben, mit Salaten, Suppen und Aufläufen.

Die Schlossterrasse, das betonen Stephanie Bastian und Dirk Wetzlar, wollen sie weiterhin betreiben. Eine Konkurrenz zu ihrem neuen Café sehen sie nicht. Das Cafégeschäft sei im Schloss in der Vergangenheit ohnehin ruhiger geworden. Senioren falle der Weg nach dort oben nicht leicht, rollstuhlgerecht sei die Schlossterrasse schon gar nicht. Deshalb sei das Café im Schloss auch nur noch sonntags und auf Anfrage geöffnet.

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Für den Biedenkopfer Marktplatz haben sie eine völlig andere Erwartung. "Die Nachfrage nach einem richtigen Café ist dort gigantisch", meint Stephanie Bastian. Und Dirk Wetzlar ergänzt: "Ich sehe ein Café am Markt als Ergänzung und glaube fest, dass beide Standorte top sind". Wären sie davon nicht fest überzeugt, argumentieren sie unisono, würden sie sicherlich in dieser Höhe investieren.

Noch eine weitere positive Nachricht zum Markt 2 hatte der Bürgermeister: Die 43 Quadratmeter groß;e Wohnung im Dachgeschoss, die bislang unvermietet war, hat ebenfalls einen Mieter gefunden. "Damit haben wir ein groß;es Ziel erreicht", sagte Thiemig, "die komplette Fläche ist vermietet". Thorsten Schmack wertete den Markt 2 als bestes Beispiel für den Stadtumbau: Aus maroder Bausubstanz seien Räume für ein Geschäft, ein Café und den "Treff" geworden. Schmack: "Mehr Stadtumbau geht gar nicht".