Die Wiedergeburt der Genossenschaften

Wirtschaft  Volksbank-Generalbevollmächtigter Lars Witteck spricht beim Neujahrsempfang in Dutenhofen

Lars Witteck spricht zur Genossenschaftsidee. (Fotos: Volkmar)
Manfred Wagner.
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Dabei zeichnete der Redner ein Bild über die Idee zur Entstehung der Genossenschaften vor rund 160 Jahren bis heute. Laut Witteck feiern die in die Jahre gekommenen vermeintlichen Ladenhüter eine erstaunliche Wiedergeburt. Dabei sei die Idee „Was einer nicht schafft, das schaffen viele“ auch heute noch Basis für erfolgreiche Geschäftsmodelle. Davon konnte Witteck die 200 Gäste im Verlauf seines Vortrages überzeugen.

Doch ist das Prinzip der genossenschaftlichen Gemeinschaft noch zeitgemäß? Dazu lenkte Witteck den Blick auf die Veränderungen der Gesellschaft. „Die Urbanisierung sorgt für leere Dörfer, die Veränderung hin in die wirtschaftlichen Zentren ist nicht zu übersehen“, sagte der Gast. „Kurzum: Das Leben im ländlichen Raum droht beschwerlicher und unattraktiver zu werden.“

Und so sei der Genossenschaftsgedanke im Zeitalter der Individualisierung und Digitalisierung, wo sich jeder selbst der Nächste sei, das Leistungsdenken im Vordergrund stehe und Handy und Computer unser Leben bestimmten, auch noch aktuell. „Wir erleben ein Comeback von Genossenschaften, wobei vor allem der Energie- und Wirtschaftsbereich und die Verbesserung der Infrastruktur eine Vorreiterrolle spielen. Bürger betreiben ihre eigenen Windpark-Anlagen, Genossenschaft fördern den Wohnungsbau und der Tante-Emma-Laden im Dorf wird als Bürgergenossenschaft weiterbetrieben“, sagte Witteck. „Ich bin der Überzeugung, dass sich der rund 160 Jahre alte Gedanke der Genossenschaft auch in der Zukunft unser Gemeinwesen bestimmen wird“.

Mittlerweile 50 000 Arbeitsplätze in Wetzlar

Von der Vergangenheit in die Gegenwart: „Wetzlar wächst, derzeit sind es rund 53 700 Einwohner und viele von ihnen suchen einen Bauplatz oder eine bezahlbare Wohnung“, sagte Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD). Dabei verwies er auf die bereitgestellten Bauplätze, etwa die „Schattenlänge“ in Münchholzhausen. Mit Hilfe der Wohnungsbau-Genossenschaften werde man in der Kernstadt bezahlbaren Wohnraum schaffen. Auch als Wirtschaftsstandort habe sich Wetzlarer entwickelt. Die Goethestadt zähle rund 50 000 steuerpflichtige Arbeitsplätze. Über 20 000 Arbeitnehmer seien Einpendler. „Arbeitsplätze erhalten, neue gewinnen und den Bürger eine Infrastruktur bieten, in der sie sich zuhause fühlen“, sind für uns wichtige Ziele,“ sagte Wagner.

Bei seiner Begrüßung hatte Bernd Rafalzik von der Interessengemeinschaft berichtet, dass sich in ihr über 100 Vereine, Firmen und Privatpersonen für die Entwicklung des Stadtteils engagierten. „Wir arbeiten seit über 20 Jahren kooperativ zusammen. Und auf unsere Erfolge, das Leben in Dutenhofen positiv zu gestalten, sind wir stolz“, lobte der Vorsitzende, der besonders Ortsvorsteher Ulrich Loh erwähnte.


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