Reha-Abteilung ist auf Herz und Nieren geprüft

FEIERSTUNDE Begehrtes Qualitätssiegel für Klinik Braunfels

Große Freude über die bestandene Prüfung (von links): Geschäftsführer Dietmar Demel, Sabrina Knoll (Leiterin KTQ, Frankfurt), Dr. Klaus Dieter Böhm (Ärztlicher Direktor), Christel Pitsch (Betriebsratsvorsitzende) und Qualitätsmanager Sebastian Bleser. (Fotos: Volkmar)

KTQ steht für "Kooperation, Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen". Anteilseigner der Gesellschaft sind die Spitzenverbände der Krankenkassen, Bundesärztekammer, Krankenhausgesellschaften und Deutscher Pflegerat. Die Führung des begehrten Qualitätssiegels, dem eine umfangreiche Fremd- und Selbstbewertung vorgeschaltet ist, soll auch dem Patienten Orientierungshilfe sein, wenn er sich über die Leitungsfähigkeit einer medizinischen Einrichtung informieren möchte.

Im Rahmen einer Feierstunde in der Neurologischen Klinik Braunfels überreichte die Leiterin der KTQ- Zertifizierungszentrale Hessen, Sabine Knoll, das Zertifikat an die Klinikleitung. "Um die großen Herausforderungen der sich verändernden Gesundheitssysteme zu bewältigen, brauchen wir Krankenhäuser, die auf höchstem Niveau effizient und patientenorientiert arbeiten", betonte Knoll. Sie machte auch deutlich, dass die Krankenkassen und niedergelassenen Ärzte vermehrt auf die Qualität der Einrichtungen achten, wenn sie Patienten ein Krankenhaus empfehlen.

Das Prüfsiegel - ähnlich bedeutend wie DIN ISO 9001 für Handwerksbetriebe - wird von einer unabhängigen Gesellschaft verliehen, die das jeweilige Krankenhaus "auf Herz und Nieren" prüft. Die Auszeichnung gilt jeweils für drei Jahre und soll die Qualität des Hauses für die Öf-fentlichkeit transparent machen.

Bei dem KTQ-Verfahren wird nicht nur die Qualität einzelner Fachbereiche bewertet, sondern prozessorientiert die gesamte Leistung von der stationären Aufnahme bis zur Entlassung. Dabei steht die optimale Patientenversorgung stets im Vordergrund.

"Wir sind froh und glücklich, dass wir dieses Qualitätssiegel in Händen halten. Ohne unsere engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könnten wir den hohen Qualitätsstandard unserer Einrichtung nicht dauerhaft sicherstellen", so Geschäftsführer Dietmar Demel. Sein Dank galt auch Sebastian Bleser, der als Qualitätsmanagementbeauftragter die über zehnmonatige Vorbereitungsarbeiten begleitet hatte.

"Wenn Menschen in unsere Klinik kommen, erwarten sie eine qualitativ hochwertige Behandlung. Die können wir sowohl in der Akutbehandlung als auch in der Rehabilitation bieten", erklärte der Ärztliche Direktor Dr. Klaus-Dieter Böhm. Danach werden in der Fachklinik jährlich rund 4000 Patienten behandelt. Davon über 50 Prozent mit schweren Schädel-Hirn-Verletzungen oder Hirnschäden, bedingt durch Sauerstoffmangel.

Neben der Intensivbehandlung erhalten die Schwerstkranken eine Frührehabilitation, der sich eine weiterführende Reha und Abschlussbehandlung anschließt.

In die "Neurologische" werden aber auch Externe aus ganz Hessen verlegt, die nach schweren neurologischen Erkrankungen des Kopfes oder der Wirbelsäule eine patientenspezifische "Rundum-Rehabilitation zur Wiedereingliederung erfahren. "360 überwiegend weibliche Mitarbeiter stellen sicher, dass unsere Patienten in freundlicher Umgebung fachgerecht betreut werden", betonte Geschäftsführer Demel. Aktuell seien über 30 Zimmer der neurologischen Reha für über drei Millionen Euro modernisiert worden.


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