Neurologie bundesweit einzigartig

Wissenschaftsministerin lobt Kooperation der BDH-Klinik mit der Hochschule
Die Urkunde macht es amtlich: Chefarzt Klaus-Dieter Böhm (v.l.), Geschäftsführer Dietmar Demel, Oberärztin Inga Sünkeler, Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann, Erdmuthe Meyer zu Bexten, Günther Grabatin und Henning Schneider von der THM freuen sich über die dadurch besonders gewürdigte Kooperation. ( Foto: Volkmar)
Die Studenten der Medizintechnik Jens Becker (links) und Constantin Hahn stellten ihre "Mobile Intensiveinheit" vor.
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In Kooperation mit der Technischen Hochschule Mittelhessen werden in der Braunfelser Klinik die Studierenden der entsprechenden Studiengänge praxisorientiert ausgebildet. Dem Anlass entsprechend groß war die Zahl der Gäste aus Politik, Wissenschaft und Gesundheitswesen, die Geschäftsführer Demel in der Klinikmensa begrüßen konnte.

Dabei zeichnete er ein historisches Bild von einem Erholungsheim zu einem anerkannten Akutkrankenhaus, in dem jährlich rund 2000 Patienten mit meist schweren neurologischen Erkrankungen behandelt werden, davon über 400 Menschen mit einem akuten Schlaganfall. Bereits 1973 wurde die "Neurologie" mit dem Titel "Hessenklinik" ausgezeichnet. "Dank der hochwertigen Medizintechnik ist es uns möglich, auch Schwerstkranke erfolgreich zu therapieren", so Demel.

Für den Eigentümer der Klinik begrüßte die Bundesvorsitzende des BDH, Ilse Müller, die über 100 Gäste. "Dass eines unserer Häuser heute bundesweit zum ersten Akademischen Lehrkrankenhaus für Medizintechnik und Medizininformatik eingeweiht wird, ist uns eine besondere Ehre und Verpflichtung auf dem eingeschlagenen Weg weiter zu arbeiten.

Sie dankte den über 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Arbeit zum Wohle der Patienten.

"Die praxisnahe Ausbildung unserer Studenten war uns schon immer eine Maßgabe unserer Hochschule" betonte Professor Dr. Günther Grabatin, Präsident der Technischen Hochschule Mittelhessen, als er die Neurologische Klinik Braunfels gratulierte. Die Klinik sei sowohl Akutkrankenhaus als auch Rehaklinik. Sie setze modernste medizininformatorische und medizintechnische Verfahren und Komponenten ein, und sei an der Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet maßgeblich beteiligt.

Die THM sei die einzige Hochschule in Hessen, die diesen innovativen Studiengang anbiete, der heute mehr als 300 Studierende verzeichnet. "An unserer Hochschule sind die meisten Studenten aus der mittelhessischen Region, sie möchten nach ihrem Abschluss auch weiterhin hier leben und arbeiten. Schon heute kommen acht von zehn Ingenieuren die hier arbeiten von der THM.

Der Leiter des Studiengangs "Medizinische Informatik" und Wegbereiter der Kooperation, Professor Henning Schneider, lobte den starken Praxisbezug, den die Studierenden durch die Kooperation erhalten. "Jedes Gerät, das wir in den letzten Jahren unserer Zusammenarbeit in Braunfels entwickelt haben, ist zum Wohl der Patienten im Einsatz", so der Mediziner und Informatiker.

 

Hochschule schafft engen Bezug zwischen Theorie und Praxis

 

Auch der Vizepräsident der Landesärztekammer Hessen, Martin Leimbeck und Dr. Michael Karner von der AOK Hessen, lobten die Kooperation als einen wichtigen Schritt und lobten die Klinik für ihre medizinische Qualität.

"Die THM ist die Hochschule in Hessen mit den meisten Beziehungen zur Wirtschaft, sie kooperiert mit über 300 Firmen und schafft so einen engen Bezug zwischen Theorie und Praxis", betonte Hessens Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, als sie in ihrem Grußwort auf die Bedeutung des praxisnahen Studiums verwies. In den vergangenen Jahren habe das Land Hessen über 110 Millionen Euro in Projekte investiert, die diese Ausbildung ermöglichen. Auch der Fortschritt in der Medizin sei maßgeblich mit dem Einsatz moderner Technik verknüpft. Neben den immer besseren Medizingeräten und Behandlungsmethoden spiele die Informationstechnologie eine Schlüsselrolle. "Hier sind wir in Hessen auf einem guten Weg", so die Ministerin.

Nach der Überreichung der Urkunde stellten Studierende der THM in einer Livepräsentation moderne medizinische Geräte vor, die sie während ihres Fachsemesters in Braunfels zusammen mit den dortigen Medizinern entwickelt hatten. Dabei eine mobile Intensiveinheit und intelligente Infusionstechnik.


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