Der Bau legt noch eine Schippe drauf

Wirtschaft  Industrie- und Handelskammer freut sich über derzeitige „Konjunktur unter Volldampf“

Die IHK sagt: Dem Ausbaugewerbe gehe es gut, dem Bauhauptgewerbe ausgezeichnet und die Konjunktur in der heimischen Region stehe aktuell unter Volldampf. (Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild)

Das zeigt die Umfrage der Industrie- und Handelskammer Limburg (IHK) zur wirtschaftlichen Lage zum Jahreswechsel 2017/2018. Der Konjunkturklimaindex, der Lage und Erwartungen abbildet, erreicht derzeit 132 Punkte.

Die Konjunktur in der heimischen Region steht aktuell unter Volldampf. Nach 125 Punkten zum Jahresbeginn 2017 und einem leichten Rückgang im Herbst des Vorjahres auf 124 Punkte, steigt der Konjunkturklimaindex auf einen neuen Höchstwert.

Die Umfrage für den IHK-Bezirk Limburg bestätigt zudem die sehr gute Ausgangslage Deutschlands insgesamt für 2018.

Die gegenwärtige wirtschaftliche Lage wird von mehr als der Hälfte (51 Prozent) aller Unternehmen als gut befunden und von 43 Prozent als befriedigend.

Die zukünftigen Geschäftserwartungen schätzen die heimischen Unternehmen gegenüber 2017 insgesamt optimistisch ein: 26 Prozent rechnen in 2018 mit einer Verbesserung, zehn Prozent befürchten eine ungünstigere Entwicklung. Der größte Teil der Unternehmen (64 Prozent) erwartet eine gleichbleibende Entwicklung.

In der Industrie ist der Klimaindex von 126 Punkten zum Herbst 2017 auf jetzt 139 Punkte deutlich gestiegen. Ihre gegenwärtige Lage bezeichnen aktuell 64 Prozent der Industrieunternehmen als gut, nur zwei Prozent als schlecht, 34 Prozent sind zufrieden.

Mit Blick auf die zukünftige Geschäftslage erwarten 23 Prozent der Unternehmen der Branche insgesamt eine weitere Verbesserung im Jahr 2018, vier Prozent rechnen mit einer ungünstigeren Entwicklung in diesem Jahr, der Rest (74 Prozent) geht von einer stabilen Entwicklung auf hohem Niveau aus.

23 Prozent der Unternehmen der Branche erwarten eine weitere Verbesserung

Der Klimaindex im heimischen Baugewerbe erreicht zum Jahresanfang derweil einen Spitzenwert mit sehr guten 140 Punkten, nach 131 Punkten im Herbst 2017.

Dem Ausbaugewerbe (Installationen, Fußböden, Fensterbau, Dämmung etc.) geht es gut, dem Bauhauptgewerbe (Industriebau, Tiefbau, Straßenbau etc.) ausgezeichnet. Die gegenwärtige Lage wird von 77 Prozent aller Bauunternehmen als gut bezeichnet, 23 Prozent sind insgesamt zufrieden, keinem geht es schlecht.

Bezüglich der weiteren Entwicklung in 2018 wird im Baugewerbe insgesamt mit einer stabilen Entwicklung gerechnet.

Die Stimmung im heimischen Einzelhandel ist gut. Der Klimaindex erreicht mit 114 Punkten einen für die Branche hohen Wert und hat sich damit gegenüber dem vergangenen Herbst (111 Punkte) leicht verbessert. 38 Prozent der befragten Einzelhändler bezeichnen ihre gegenwärtige Lage als gut, nur drei Prozent als schlecht, 59 Prozent sind zufrieden.

Noch positiver sind, wie bereits in den vorherigen Umfragen, die Rückmeldungen aus dem Großhandel. Der Klimaindex steigt gegenüber dem vergangenen Herbst von 131 auf nun sehr gute 138 Punkte. Die gegenwärtige Lage wird von 58 Prozent der Großhändler und Handelsvermittler als gut und von 38 Prozent als befriedigend bezeichnet. Nur vier Prozent urteilen „schlecht“.

Die Stimmung im Dienstleistungsgewerbe ist insgesamt sehr gut. Der Wert des Klimaindexes hat sich auf aktuell 132 Punkte verbessert, nach 124 Punkten im vergangenen Herbst und 125 Punkten zum Beginn des letzten Jahres. Die aktuelle Geschäftslage wird von 49 Prozent der Unternehmen als gut bewertet und nur von drei Prozent als schlecht; der Rest (48 Prozent) ist zufrieden.

Das größte Geschäftsrisiko aus Sicht der heimischen Unternehmen ist der Fachkräftemangel

Im Verkehrsbereich ist die Lage gut. Der Klimaindex erreicht 121 Punkte und liegt zum Jahresanfang besser als im vergangenen Herbst. 53 Prozent der Unternehmen des Transportgewerbes bezeichnen ihre augenblickliche Geschäftslage als gut, 40 Prozent als zufriedenstellend und sieben Prozent sind unzufrieden. Für 2018 wird mit einer stabilen Entwicklung gerechnet.

Aus der Geschäftslage und den erwarteten Rahmenbedingungen leiten sich die Investitions- und Personalpläne für 2018 ab.

Bei den Investitionsplanungen sind die Unternehmen insgesamt expansiver ausgerichtet als Anfang 2017: 26 Prozent wollen in 2018 mehr, 16 Prozent weniger, 58 Prozent etwa gleich viel investieren.

Bei den Personalplänen sehen die Unternehmen für 2018, ähnlich wie im Vorjahr, per Saldo zusätzlichen Bedarf: 21 Prozent wollen Personal aufstocken, elf Prozent abbauen, 68 Prozent wollen ihren Personalbestand in etwa gleich halten.

Mehr Personal benötigt wird per Saldo in der Industrie, vor allem bei den Ge- und Verbrauchsgüterproduzenten. Auch der Großhandel benötigt deutlich mehr Personal. Ein leichter Personalaufbau ist auch im Bau und im Verkehrsbereich vorgesehen.

Doch es gibt auch Sorgen: Das größte Geschäftsrisiko aus Sicht der heimischen Unternehmen ist der Fachkräftemangel. (red)


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