640 Module für "sauberen" Strom

UMWELTPOLITIK Mittenaar lässt sich Solaranlagen auf neun Dächer bauen

Die Anlagen Nr. 1 und 2: Sowohl auf dem Bauhof in Bicken (links) als auch auf dem Feuerwehrgerätehaus rechts daneben produzieren nun Solarzellen umweltfreundlich erzeugten Strom.

Verankerung: Mike Lohmann befestigt Metallschienen auf dem Dach des Ballersbacher Kindergartens. Bis Montag soll auch dort die Photovoltaik-Anlage fertig sein. (Fotos: Weirich)

Bild 1 von 2

Auch in Mittenaar haben sich die in der Gemeinde politisch Verantwortlichen dazu entschieden, etwas für die Wende weg von den herkömmlichen hin zu den erneuerbaren Energien zu tun. Einer von zwei Ansätzen ist das "Solarprojekt Mittenaar". Dazu hat die Verwaltung 23 Gebäude, die ihr gehören, untersuchen lassen.

Von den 23 blieben am Ende neun übrig, deren Dächer dafür geeignet erschienen, um darauf Photovoltaikanlagen zu errichten, die aus Sonnenlicht Strom machen.

"Wir haben dann Angebote von Fachfirmen eingeholt und am Ende einer den Auftrag für alle neun Anlagen erteilt", sagt Bürgermeister Hermann Steubing. Vor wenigen Tagen haben die Mitarbeiter der Firma Luckenbach aus Oberdieten, deren Sonnenenergie-Sparte unter dem Namen "Solarzentrum Mittelhessen" firmiert, damit begonnen, die Anlagen aufzubauen.

Die ersten vier sind bereits fertiggestellt. Sie befinden sich in Bicken auf dem Bauhof, dem Feuerwehrgerätehaus und auf der Friedhofshalle sowie in Ballersbach auf dem Feuerwehrgerätehaus.

"Solarprojekt Mittenaar" bald ein Teil einer regionalen Genossenschaft?

Und es geht zügig weiter: Gestern beispielsweise waren gleich drei Montage-Teams der Firma parallel im Einsatz: zwei in Ballersbach, wo die Anlage auf dem Dorfgemeinschaftshaus heute und eine weitere auf dem Kindergarten am Montag fertig werden sollen, wie Luckenbach-Mitarbeiter Mike Lohmann gestern sagte. Das dritte Team war in Offenbach zugange, wo auf Feuerwehr und Bürgerhaus Photovoltaikanlagen gesetzt. Und die neunte kommt dann oben auf das Feuerwehrgerätehaus in Bellersdorf drauf.

300 000 Euro gibt die Gemeinde dafür aus. In zehn, elf Jahren soll das Geld wieder drin sein, sagt Bürgermeister Steubing. Denn schließlich erhält die Gemeinde vom Netzbetreiber E.ON die sogenannte Einspeisevergütung für ihren sauber produzierten Strom.

Vielleicht dauert es aber gar nicht so lange: Mittenaar strebt derzeit die Gründung einer Lahn-Dill-Bergland-Energie-GmbH ebenso an wie die Gemeinden Ehringshausen, Eschenburg, Dietzhölztal, Bischoffen, Siegbach, Hohenahr, Angelburg, Bad Endbach und Dautphetal sowie die Städte Herborn, Dillenburg und Haiger. Vielleicht stößt auch noch Sinn dazu. Diese bisher 13 Kommunen würden 50 Prozent der Anteile der GmbH halten, die andere Hälfte soll an "strategische Partner" wie etwa den Stromkonzern E.ON gehen.

Bestandteil der GmbH soll auch eine Genossenschaft sein, und an der wiederum sollen sich die Bürger der 13 genannten Kommunen beteiligen können. Und wenn die GmbH gegründet wird, dann verkaufen die Mittenaarer dieser ihr Solarprojekt.

Denn: "Wenn es im Lahn-Dill-Bergland eine Energie-Genossenschaft gibt", sagt Bürgermeister Hermann Steubing, "dann braucht ja nicht jede Kommune auch noch ihre eigene."


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2012
Kommentare (3)
Leute Leute Leute,auf Asbestdach ne Photovoltaik-Anlage.Da muss man sich fragen wann die Dacherneuerung stattfinden sollte,wenn man eine solche Investition auf ein solches Dach montiert.Wann macht die Anlage sich mehr
bezahlt? Und solange bleibt der Gemeinde das Dach erhalten,da wird die saubere Energie schandhaft.Mitdenken,vordenken oder einfach mal nachdenken.
Richtig Mine, das habe ich auch gedacht als ich es gesehen habe, und dann noch im Kindergarten. Es muß ja gebohrt werden und dann werden die Fasern auf jeden Fall freigesetzt.
Dem geneigten Leser mit Fach- und Sachverstand kommt der Eindruck, dass es sich bei dem Dach auf dem Foto um ein asbesthaltiges Dach handelt....
Sauberer Strom ist klasse aber auf Asbestdächern (wie auf dem Bild zu mehr
vermuten ist) geht gar nicht! ...
Zur Info: Wer asbesthaltige Dächer mit anderen Materialien überdeckt oder Photovoltaik- und Thermosolaranlagen auf diesen Dächern montiert, unbeschichtete Asbestzementdächer reinigt oder beschichtet, macht sich strafbar. Darauf weisen die Arbeitsschützer der Bezirksregierung Arnsberg hin. Dies gilt sowohl für Fachfirmen als auch für Privatleute...
Mutig hier solche Bilder der Fachfirmen mit Anmerkungen reinzustellen
Mehr aus Wirtschaft