Brillenproduktion ohne Schwermetall

OPTIKINDUSTRIE Marktführer Satisloh in Wetzlar gewinnt Bundespreis Ecodesign

Erstmalig hat die Jury des Bundespreises damit einen innovativen Fertigungsprozess ausgezeichnet. "Die Firma Satisloh hat es geschafft, Schwermetalle und seltene Erden, die in der Brillenglasfertigung benötigt werden, zu ersetzen. Sie verbessert damit sowohl die Arbeitssicherheit als auch die Umweltwirkung der Brillenglasfertigung. Mit dem Verfahren zur schwermetallfreien Brillenglasfertigung zeichnen wir erstmals einen innovativen Fertigungsprozess aus.", so Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Bundesumweltamtes und Mitglied der Jury des Bundespreises Ecodesign. Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt verleihen den Ecodesignpreis seit 2012. Er zeichnet innovative Produkte, Dienstleistungen und Konzepte aus, die über eine herausragende ökologische Qualität, einen innovativen Ansatz und eine hohe Designqualität verfügen.

Das von Satisloh entwickelte und jetzt ausgezeichnete Verfahren der Brillenglasfertigung entspricht in der Wahl der Rohstoffe und Materialien, der Fertigungstechniken, der Produktion, Nutzung, Weiter- und Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung der Komponenten der Kriterienmatrix, die im Bundespreis Ecodesign für die Bewerber zu Grunde gelegt wurde.

Mit den von Satisloh in Wetzlar gebauten Maschinen formen und bearbeiten Hersteller auf der ganzen Welt Brillengläser. Für diesen Bereich des Maschinenbaus ist das Design der Maschinen und des Produktionsverfahrens wichtig. Sie müssen einerseits ins Programm der Brillenhersteller passen, andererseits möglichst wenig Platz, Ressourcen und Energie verbrauchen. Brillen werden mit Hilfe eines Verfahrens produziert, bei dem der Brillenglasrohling zur Bearbeitung mit einem so genannten "Blockstück" verbunden wird.

Kein Blei und kein Cadmium mehr

Dieses Blockstück war bislang aus Aluminiumguss. Blockstück und Brillenglasrohling wurden durch eine schwermetallhaltige Legierung, das "Alloy" miteinander verbunden. Diese Legierung enthält Blei, Cadmium und Anteile "Seltener Erden".

In dem innovativen Fertigungsprozess, für den Satisloh jetzt mit dem Bundespreis Ecodesign ausgezeichnet wurde, wird das "Alloy" durch einen weitgehend umweltschonenden Kunststoffkleber ersetzt. Auch die Halterung der Gläser ist jetzt aus Kunststoff.

Das gesamte Verfahren wurde zudem in ein geschlossenes System integriert, so dass so gut wie keine manuellen Arbeitsschritte mehr notwendig sind.

Hanspeter Eigenmann, Mitglied der Geschäftsleitung bei Satisloh wies auf den Ansporn für die Weiterentwicklung hin. "Wir wollten zur richtigen Zeit mit dem besten Produkt auf dem Markt sein, um unseren Kunden die Fortführung ihrer Produktion zu ermöglichen, denn eine UN-Konvention zum Verbot des Einsatzes von Schwermetalllegierungen war zu erwarten. Inspiriert hat uns die Vorstellung, als Größter in der Branche die Trendwende einzuläuten und durchzuhalten."

Mehr dazu unter . www.bundespreis-ecodesign.de und www.satisloh.com (News)


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