Viessmann will Wintersport nachhaltiger machen

InitIAtive  Truchseß: „Gerade die Bevölkerung vor Ort fragt nach, inwiefern Aspekte wie der Schutz von Klima und Ressourcen sichergestellt werden."

Wintersport hat auch mit Klimawandel und Naturschutz zu tun, wie nicht zuletzt die „Übersommerung“ von Schnee in Depots zeigt. In Oberhof (Thüringen) musste de Biathlon-Wettbewerb 2017 sogar ausfallen, weil man dies nicht getan hatte. Das Bild zeigt Simon Schempp auf der Strecke in Oberhof. (Foto: Schmidt/dpa)

Das Heiz- und Kühltechnikunternehmen hat deshalb eine Initiative gestartet für mehr Nachhaltigkeit im Wintersport. „Es ist höchste Zeit, etwas für den Winter zu tun“, heißt es auf der Viessmann-Homepage, die so heißt wie die neue Kampagne des Sportsponsors aus Allendorf: www.wir-sind-winterfans.de. Worum es dabei geht, hat das Unternehmen jetzt am Rande der Skiflug-WM in Oberstdorf erklärt.

Der Klimawandel sei im Wintersport zweifelsfrei zu beobachten, sagt Albrecht von Truchseß, Leiter der Unternehmenskommunikation. „Winter mit Winterwonderland sind keine Selbstverständlichkeit mehr.“ Das Thema Schnee-Management – zum Beispiel die „Übersommerung“ von Schnee in großen Depots – werde immer wichtiger, erzählt Stefan Schwarzbach, Geschäftsführer Marketing des Deutschen Skiverbandes (DSV). „Es wird immer schwieriger, Austragungsorte für Großveranstaltungen wie Olympia zu finden. Gerade die Bevölkerung vor Ort fragt zunehmend nach, inwiefern nachhaltige Aspekte wie der Schutz von Klima und Ressourcen sichergestellt werden“, sagt von Truchseß. „Andererseits sind Veranstaltungen wie das Skispringen in Willingen für eine Region enorm wichtig.“

Am Viessmann-Firmensitz in Allendorf wird mit „Effizienz Plus“ schon lange nachhaltig geheizt und gearbeitet. „Unter anderem dieses Wissen wollen wir auch im Wintersport einbringen“, sagt von Truchseß. Es gebe bereits Gespräche mit Experten aus Sport und Wissenschaft, mit Veranstaltungsorten wie Oberstdorf und Ruhpolding und nicht zuletzt mit den Sportlern selbst. „Als langjähriger Sponsor wollen wir gemeinsam mit Partnern wie dem DSV ein Zeichen setzen.“ Es gehe um die Klimabilanz von Wintersportveranstaltungen, um Ressourcenverbrauch, Energiewende und Umweltschutz. Und weiterhin um eine Grundlage für die Sportler.

Winterspiele in Südkorea

„So lange wir von Fernsehgeldern abhängig sind, brauchen wir Sicherheit. Wir können es nicht in Kauf nehmen, dass die Hälfte der Weltcups ausfällt“, sagt DSV-Pressesprecher Florian Schwarz. „Wir nehmen den Umweltaspekt sehr ernst das beginnt bei der Mülltrennung im Weltcup.“ Der DSV habe einen Umweltberater eingestellt, um Nachhaltigkeit und Akzeptanz zu schaffen. „Die Debatte beginnt erst“, sagt Schwarz.

Horst Hüttel, Sportlicher Leiter des DSV für Skisprung und Nordische Kombination, macht sich für die Sprungdisziplinen wenige Sorgen. „Auch wir wollen winterliche Bedingungen, aber andere Wintersportarten sind noch stärker auf Schnee angewiesen als die Skispringer. Wir haben im Sommer beim Mattenspringen ähnlich gute Bedingungen wie im Winter. Und ich glaube sogar, dass wir in ein paar Jahren Ganzjahresweltcups haben werden.“

Aber natürlich müsse man sich Gedanken um die Klimabilanz machen, wenn 60 000 Zuschauer mit dem Auto zum Abfahrts-Weltcup nach Kitzbühel fahren, sagt Hüttel. Auch bei den Winterspielen vom 9. bis 25. Februar in Pyeongchang in Südkorea werde ein großer Teil des CO2-Ausstoßes auf die An- und Abreise von Athleten und Zuschauern entfallen, sagen Experten. Laut DSV-Geschäftsführer Stefan Schwarzbach werden sogar Matratzen für die Athleten und eine 1,5 Tonnen schwere Schleifmaschine für die Skier nach Südkorea verschifft.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2018
Kommentare (0)
Mehr aus Wirtschaft