Schüler entdecken die Berufswelt

ORIENTIERUNG Vier Firmenvertreter kommen zu Jobinterviews in die MPS Hartenrod

Jobinterview: Die Siebtklässler der Mittelpunktschule Hartenrod stellen den Firmenvertretern Fragen zur verschiedenen Berufen. (Foto: Piplies)

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„Wir wollen zunächst die Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler erkunden und dann mit den Eltern gemeinsam mögliche Berufsfelder besprechen“, erläuterte Lehrerin Sabine Stoll. Um sich bereits in der siebten Klasse eine erste Vorstellung vom Berufsalltag machen zu können, hatte die MPS Vertreter von vier heimischen Betrieben in die Schule eingeladen.

Die Fachleute stellten zunächst ausführlich ihre jeweiligen Berufsfelder vor, erläuterten Möglichkeiten in den jeweiligen Betrieben und beantworten anschließend geduldig Fragen der Mädchen und Jungen. Diese hatten die Schüler zuvor gemeinsam mit ihren jeweiligen Klassenlehrern erarbeitet. Nicht alle Siebtklässler zeigten den gebotenen Respekt gegenüber den Referenten. Sie hörten nicht zu, alberten herum oder spazierten im Raum umher.

Zu den Referenten gehörte Annette Hoffmann von den Lahn-Dill-Kliniken Wetzlar-Braunfels-Dillenburg. Sie hat eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviert und sich anschließend erfolgreich weitergebildet. Nun ist sie stellvertretende Leiterin der Krankenpflegeschule der Lahn-Dill-Kliniken in Wetzlar und bildet selbst „Krankenschwestern“ aus, die inzwischen als Gesundheits- und Krankenpfleger noch Aufgaben hinzu bekommen haben. Für einen solchen Job müssen die Bewerber offen gegenüber den Patienten sein, sich in ein Team einfügen können, aber auch Verschwiegenheit nach außen beweisen.

Als Gesundheits- und Krankenpfleger auch die „soziale Ader“ in den Beruf einbringen

Als Gesundheits- und Krankenpfleger können die Menschen zudem ihre „soziale Ader“ in den Job einbringen. Daher sei es enorm wichtig, wie das Arbeits- und Sozialverhalten in den Zeugnissen der Bewerber benotet werde, betonte Hoffmann.

Aber auch auf gute Noten in Deutsch, Bio und Chemie legen die Lehrer der Krankenpflegeschule in Wetzlar großen Wert. Ein Praktikum in den Kliniken ist für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren möglich. Hier können sie den erfahrenen Krankenpflegern und den Azubis bei der Arbeit über die Schulter schauen. Martina Müller vom Kindergarten in Hartenrod und Yanik Berberich vom „Haus Tanneck“ in Bad Endbach stellten den Berufsalltag eines Erziehers vor. Während sich Müller im Kindergarten um die ganzheitliche Entwicklung der kleinen Kinder kümmert, ist Berberich in der Begleitung und Unterstützung von Jugendlichen im Einsatz, was auch Arbeitszeiten am Abend und am Wochenende erforderlich macht.

Übermäßig reich könne ein Erzieher dabei aber nicht werden. „Wer ordentlich Geld verdienen und dazu noch eine Menge Freizeit haben möchte, sollte dann doch lieber Lehrer werden“, sagte Berberich. Der junge Mann sieht sich im „Haus Tanneck“ zwar ein Stück weit als Familienersatz für seine Schützlinge, ist aber nicht für die Bespaßung dieser zuständig, erläuterte der Erzieher in seinem Anerkennungsjahr.

Außerdem waren noch Carsten Elsemann, Geschäftsführer des Autohaus Bad Endbach, sowie Wolfgang Hoffmann von der Firma WESO in Erdhausen in die Mittelpunktschule gekommen, um die Möglichkeiten für Haupt- und Realschüler in diesen beiden Betrieben vorzustellen.

Im kommenden Jahr nehmen die Jugendlichen an der „vertieften Berufsorientierung“ teil und erarbeiten sich jeden Freitagvormittag an den Beruflichen Schulen in Biedenkopf jeweils zwei Berufsfelder.

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